Interview mit der Sozialarbeiterin Andrea Siegrist über das Krippenspiel in Bethlehem

„Weihnachten findet auf den Strassen von Bethlehem statt“

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Interview

„Das Weyerli ist das schönste Freibad in Europa!“

Herr Heiniger, Sie sind eidgenössisch diplomierter Bademeister. Verraten Sie uns, wann und wo Sie schwimmen gelernt haben?
Bereits in der ersten Klasse. Ich hatte das Glück, in einem Quartier mit Schwimmbad aufzuwachsen. Schwimm- und Wassergewöhnungskurse gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die meisten Hallenbäder wurden wenig später gebaut.

Als zuständiger Anlagenchef im Weyermannshaus: Was genau sind Ihre Aufgaben?
Ich bin verantwortlich für das Geschehen in der Anlage. Ich erstelle die Dienst- und Arbeitspläne und teile die Leute ein. Zudem bin ich zuständig für die lückenlose Funktionalität der haus- und badewassertechnischen Anlagen und muss dafür sorgen, dass sich unsere Besucher und Kunden sicher und unfallfrei im Frei- und Hallenbad bewegen können. Dazu nutze ich den Support des Sportamtes Bern. Alle anlageübergreifenden Prozesse und Dienste sind dort angesiedelt.

IDas Weyermannshaus ist eines von fünf Freibädern der Stadt Bern. Was unterscheidet Ihre Anlage von den Freibädern Marzili, Lorraine, Wyler sowie Ka-We-De?
In erster Linie die Grösse und Weite der Anlage. Im Freibadbecken haben zum Beispiel 16 Fünfzigmeter-Schwimmbecken Platz! Die Form und der Charakter sind einzigartig in Europa. Für mich eindeutig das schönste Freibad – auch dank des grossen Parks mit dem prächtigen Baumbestand.

Welche Angebote umfasst die Freibad-Anlage Weyermannshaus konkret?
Das Hauptbecken mit 16 000 Quadratmetern Fläche beinhaltet ein Abteil mit 8 x 50 Meter Schwimmbahnen, eine Sprunganlage mit Ein- und Dreimeter-Brett, ein Kinderbereich und ein „Inseli“, das dem Bad seinen Stempel aufdrückt. Platz haben darin 26 Millionen (!) Liter Wasser oder zirka 170 000 Badewannen. Die kleinsten Gäste können sich in drei Planschbecken oder auf dem Spielplatz austoben. Die Liegewiese misst rund 32 000 Quadratmeter – und ist damit genügend gross, damit sich die einzelnen Besuchergruppen nicht in die Haare geraten. Die Menschen können Fussball, Volleyball, Boccia und Tischtennis spielen. Neben dem Restaurant mit grosser Terasse werden bei schönem und heissem Wetter auch in einem Satelliten-Kiosk Pommes Frites und Glaces verkauft. Und sogar ein Glace-Velo fährt dann durchs Areal.

Die Freibad-Saison im Weyermannshaus hat am 16. Mai begonnen und dauert bis 27. September. Wie waren die bisherigen Wochen? Sind Sie zufrieden?
Nach einigen schönen Tagen in der Vorbereitungsphase spielte das Wetter leider nach der Eröffnung nicht mehr mit. Die letzten Tage waren aber okay. Jetzt hoffen wir auf einen schönen und heissen Sommer.

Wie viele Personen besuchen das Weyermannshaus an einem durchschnittlichen, schönen Sommertag?
Wenn es hoch kommt, haben wir schon bis 10 000 Besucher gezählt. Dann wird es eng auf den Liegewiesen, in den Garderoben und in den sanitären Anlagen. Im Becken haben die Leute aber immer noch genügend Platz, um sich abzukühlen und ihre Runden zu schwimmen.

Von Juni bis August ist die Freibadanlage Weyermannshaus von morgens 8.30 Uhr bis abends um 20 Uhr geöffnet. Wie viele Bademeister sind bei Ihnen unter Vertrag – und was tun diese Leute im Winter?
Komplett besteht das Team im Sommer inklusive Bademeister, Kassen- und Reinigungspersonal aus 20 Mitarbeitern. Im Winter arbeitet ein grosser Teil im Hallenbad. Einige wechseln in den Eisbahnbetrieb. Ein Mitarbeiter ist Skilehrer in Zermatt und die Übrigen haben eine Saisonanstellung und gehen im Winter anderen Tätigkeiten nach wie zum Beispiel an die Uni.

Was macht einen guten Bademeister aus?
Intuitiv sieht ein guter Bademeister mögliche Gefahren im Voraus und kann dementsprechend bereits präventiv eingreifen. Diese Eigenschaft kommt mit der Erfahrung. Ein guter Bademeister ist polyvalent am Becken, in der Reinigung, in der Haus- und Badewassertechnik sowie bei Umgebungsarbeiten einsetzbar. Zudem verfügt er über schwimmerische Fähigkeiten, so dass er Menschen helfen kann, die in Not geraten.

Welche Art von Zwischenfällen kommen im Sommer am häufigsten vor?
Zum Glück sind es meistens nur Bagatellen: Insektenstiche und Schürfungen kommen am meisten vor. Zwischendurch müssen wir aber schon ins Wasser springen, um unvorsichtige Kinder oder ältere Leute mit Kreislaufproblemen wieder an Land zu bringen.

Wenn Sie einen Wunsch an die Besucherinnen und Besucher der Freibadanlage Weyermannshaus frei hätten: Wie würde dieser Wunsch lauten?
Für uns ist es enorm wichtig, dass Eltern ihre Kinder im Auge behalten. Kleine Kinder kennen noch keine Gefahren! Wir stellen fest, dass viele Eltern sich ihrer Verantwortung am Wasser nicht wirklich bewusst sind und dem Bademeister blind vertrauen. Dabei liegt die Aufsichtspflicht in erster Linie bei den Eltern!

Wie wird die Wasserqualität kontrolliert – und aufrechterhalten? Was ist dabei die grösste Herausforderung?
Wir nehmen mehrmals täglich Wasserproben und untersuchen sie auf ihren Desinfektionsmittelgehalt und den PH-Wert. Monatlich nimmt das Stadtlabor zudem unangemeldet Proben, diese werden auch auf Mikroorganismen untersucht. Und es kann vorkommen, dass wir Besuch vom Kantonslabor erhalten. Nebst dem Chlorgehalt, spielen die Beckenhydraulik und der Frischwasserzusatz eine wichtige Rolle für eine gute Wasserqualität.

Wie oft steigen Sie persönlich während des Sommers ins Schwimmbecken? Ich nehme mir vor, wöchentlich ein bis zwei Mal einen Kilometer zu schwimmen. Manchmal gelingt es mir…

Laufen Sie auch Schlittschuh? Wann beginnt denn in diesem Jahr die Saison?
Ich bin nicht so der Schlittschuh-Läufer. Ich ziehe das Wasser in flüssiger Form vor. Die Eissaison beginnt in diesem Jahr Anfang Oktober.

Was sind Sie eher: Ein Sommer- oder ein Wintermensch?
Tendenziell habe ich lieber die warme Jahreszeit. Man kann seine Aktivitäten nach draussen verlagern: Biken, Wandern, Joggen und natürlich Schwimmen. Es ist aber nicht so, dass ich den Winter nicht mag. Ich betreibe auch sehr gerne Wintersport.

 

ZUR PERSON
Hanspeter Heiniger (53) lebt in Burgdorf. Der gelernte Sanitär-Installateur und eidgenössisch diplomierte Bademeister ist seit Juli 2013 Anlagenchef im Weyermannshaus.

 

Das Weyermannshaus

Freibadanlage:
Öffnungszeiten
Mai und September 08.30 bis 19 Uhr
Juni bis August 08.30 bis 20 Uhr
Saisonbeginn: 16. Mai
Saisonende: 27. September

Das Hallenbad Weyermannshaus

Das Bad verfügt über ein 25 Meter Schwimmbecken mit fünf Bahnen und ein Lehrschwimmbecken sowie ein Ein-Meter und ein Drei-Meter Sprungbrett. Zudem verfügt das Weyermannshaus über eine Sauna, ein Dampfbad, ein Solarium und einen Gymnastikraum. Dank der Schweizerischen Stiftung für das celebral gelähmte Kind verfügt das Hallenbad Weyermannshaus über einen Schwimmbadlift und einen spritzwassertauglichen Rollstuhl.

www.sportamt-bern.ch

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