Die neuen Alten und ihre Unterstützer

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Der VBBBü-Vorstand (vl.): Ruth Bielmann, Marianne Bartlome, Theo Blum, Hans Roder, Rita Gisler und Karin Kohler (Sekretariat).

Dass man auch im Alter zufrieden und selbstbestimmt leben kann, zeigt der Verein für die Betreuung Betagter in Bümpliz. Er setzt sich für das Wohl der älteren Bevölkerung im Stadtteil VI ein.

Wenn Ruth Bielmann über die Beweggründe spricht, warum sie im Juni die Präsidentschaft des Vereins VBBBü – Verein für die Betreuung Betagter in Bümpliz – übernehmen will, leuchten ihre Augen: «Ich möchte dazu beitragen, dass jeder Mensch im Alter ein würdiges Leben führen kann, bei dem er selbst mitbestimmt und Vertrauen in sein Umfeld hat.» Das erklärt, worum es dem Verein, der vor über 55 Jahren in Bern-West gegründet wurde, geht. Seit diesen Anfangstagen ist das Credo des Vereins gleichgeblieben: Niemand soll sich im Alter einsam fühlen! «Und wir kümmern uns heute schon um die neuen Alten», sagt Bielmann.

Grosses Netzwerk
Der Verein VBBBü stützt sich auf verschiedene Pfeiler. Vier davon bilden Tochterunternehmen und eine Enkeltochter. So ist die vitadoro ag, die Seniorinnen und Senioren bei der Führung des Haushalts unterstützt, eine wichtige Stütze des Vereins. Weiter dazu gehört die Hilfsmittelstelle HMS Bern AG. Hier können Betagte Hilfsmittel, wie Rollatoren und vieles mehr, für den Alltag erwerben. Die Enkeltochter Alterswohnheim Fellergut AG bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern ein reichhaltiges Betreuungs- und Pflegeangebot. Die AFAG Immobilien AG verwaltet und entwickelt die Wohnungen des Alterswohnheims weiter. Der Verein unterhält weiterhin enge Partnerschaften mit der Domicil AG Bern, der bekannten Betreiberin für Pflegeheime in der Stadt, und der Pro Senectute Kanton Bern.

Zudem unterhält der VBBBü ein Kontaktnetz mit einer Gruppe Freiwilliger, die sich ehrenamtlich für Seniorinnen und Senioren einsetzen, immer im Sinne der Werte, denen sich der Verein mit seinen rund 140 Mitgliedern verschrieben hat: Gesundheit, Sicherheit und aktive Lebensgestaltung im Alter. Der Verein blickt auch für sich selbst in die Zukunft. In den kommenden sechs Jahren soll am Kornweg 15 in Bern-West ein repräsentativer Bau des Wohnens für ältere Menschen aus dem Quartier entstehen. «Dort schaffen wir bezahlbaren, hindernisfreien und begegnungsfördernden Wohnraum für ältere Menschen», erklärt Bielmann. Neben Wohnungen für Einzelpersonen sollen auch Paare ihren Platz finden. «Das Haus ist ein Innovationsprojekt des VBBBü und wird ein Anziehungspunkt mit Ausstrahlung und optimaler Vernetzung mit dem Quartier und der Stadt sein», bringt die designierte Präsidentin das Projekt auf den Punkt.

Neue Person an operativer Spitze
Um all das zu realisieren, sucht der Verein so schnell wie möglich eine Geschäftsführerin oder einen Geschäftsführer. Auf einer 40-Prozent-Basis wird die Person die Schnittstelle zwischen dem Vorstand des VBBBü und dessen Tochter- sowie Enkelgesellschaften bilden und die Vernetzung nach aussen wie innen sicherstellen.
«Diese komplexe und vielfältige Struktur braucht eine professionelle Geschäftsführung. Wichtig ist dabei, dass die Werte des VBBBü weitergetragen und gelebt werden», sagt Bielmann. Rita Gisler, Vorstandsmitglied des VBBBü, fügt an: «Die Person soll zudem die Projektleitung für das Bauprojekt Kornweg 15 übernehmen. Ausserdem steht der Geschäftsführerin oder dem Geschäftsführer ein kompetenter, sehr gut aufgestellter Vorstand zur Seite.»
Der Vorstand besteht aus der zukünftigen Präsidentin Ruth Bielmann, Rita Gisler, Marianne Bartlome, Theo Blum und Hans Roder. Alle wollen sich für das Wohl der neuen Alten einsetzen. Ihre Präsidentschaft stellt Bielmann daher unter das Motto eines japanischen Sprichwortes: «Die grösste Kulturleistung eines Volkes sind die zufriedenen Älteren.»

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