Der ewig Reisende ist endlich sesshaft geworden

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Begonnen hat Philipp Ebneters Karriere als Fussballer, Spielertrainer, Trainer und Teammanager in Bümpliz, vor Garagentoren, auf Rasenplätzen und auf der Bodenweid. Was folgte, war ein Leben mit dem Fussball und für die schönste Nebensache der Welt.

Als Zehnjähriger spiele er zum ersten Mal bei den Junioren des FC Bümpliz, 1978 begann er eine Lehre als KV-Stift – selbstverständlich beim Schweizerischen Fussballverband, dem er bis zum heutigen Tag während mittlerweile 43 Jahren treu geblieben ist. «Nach der Lehre arbeitete ich zuerst in der Buchhaltung, kam mit dem Ticketing in Kontakt und nebenbei betreute ich als Teammanager auch die U21-Auswahl», blickt Philipp Ebneter auf seine ersten 20 Jahre im SFV zurück. Weil er nebenbei noch – von 1972 bis 1986 – zusammen mit René und Alain Sutter bei dem aus der Fusion der Vereine Rotweiss Bümpliz und FC Bümpliz entstandenen SC Bümpliz 78 spielte, später als Spieler, Spielertrainer und Trai-ner der Reihe nach bei Burgdorf, Kirchberg, Rapid Ostermundigen, SC Bümpliz 78 und bis 2001 beim FC Schönbühl tätig war, blieb keine zusätzliche Zeit für noch aufwendigere Funktionen im SFV. Mit der Aufgabe der Trainertätigkeit begann dann für Philipp Ebneter auch im SFV ein neues Kapitel.


17 Jahre Teammanager
Von 2001 bis 2018 organisierte Philipp Ebneter sämtliche Auslandreisen der A-Nationalmannschaft und zeichnete auch für die Zusammenzüge im eigenen Land verantwortlich. Rekognoszierung, Spieler-Aufgebote, Reisedispositionen, Hotelauswahl, Trainingsplätze, Erstellen der Tagesprogramme, all dies und vieles mehr fiel in dieser Zeit in den Aufgabenbereich des Bümplizers, in enger Zusammenarbeit mit dem Trainer, dem Delegierten der Nationalmannschaft, dem Kommunikationschef und den Ärzten. Zu Beginn seiner Tätigkeit war der temperamentvolle Argentinier Enzo Trossero Coach des Teams, drei weitere Trainer und weit über 100 Spiele mit der Nationalmannschaft sollten folgen, eingeschlossen drei EURO-Endrunden und vier FIFA-Weltmeisterschaften, dazu die Olympischen Spiele 2012 in London. Tirana, Tiflis, Moskau, Istanbul, Chisinau, Podgorica, Reykjavik, Sao Paulo, Durban oder Torshavn, eine kleine Auswahl der Orte auf der ganzen Welt, an denen Ebneter rekognoszierte und die Nationalmannschaft zu den Spielen begleitete. «Es war eine stressige aber ebenso spannende Zeit mit vielen wunderschönen Erinnerungen», blickt Ebneter zurück. «Vor allem mit den älteren Spielern bestehen die Kontakte noch heute und gerne erinnere ich mich auch an die Anfangszeiten. Damals durfte ich im Training bei Köbi Kuhn beispielsweise noch im Fussball-Tennis mitspielen, die Stimmung war familiär und locker und wenn sich zwischendurch einmal die Gelegenheit ergab, genossen die Spieler und der Staff gemeinsam gemütliche Stunden, beispiel-weise an einem Grillabend.»


Schluss nach der WM 2018
Nach der WM 2018 in Russland hatte Philipp Ebneter genug vom ewigen Reisen und vom unsteten Leben. Der Begleittross rund um die Nationalmannschaft war in den vergangenen Jahren ständig grösser geworden, die familiäre Atmosphäre und der Zusammenhalt nicht mehr so intensiv, und so entschloss der Teammanager, sich im SFV wieder anderen, ruhigeren Aufgaben zu widmen. Der Chef Ticketing, zuständig für Eintrittskarten im In- und Ausland und den Vorverkauf, ging in Pension, und so lag es für Philipp Ebneter nahe, diese Stelle, deren Aufgabenbereich er ja bereits kannte, zu übernehmen. Statt auf der ganzen Welt umherzureisen und sich um das Wohlbefinden der Stars wie Yann Sommer, Gelson Fernandes, Kevin Mbabu oder Denis Zakaria zu kümmern, pendelt er jetzt nur noch zwischen seinem Wohnort Stettlen und dem Haus des Fussballs in Muri hin und her. Und derzeit ist der Arbeitsweg wegen Corona im Homeoffice noch kürzer. Der ewig Reisende ist endlich sesshaft geworden.

ZUR PERSON
Philipp Ebneter wurde am 10. November 1962 in Bern geboren. Er begann in Bümpliz mit Fussballspielen, war Spieler, Spielertrainer und Trainer in diversen Vereinen der Region. Als Teammanager reiste er mit der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft 17 Jahre lang um die Welt.

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