«Aluminium kann unendlich rezykliert werden!»

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Wir alle kennen die Nespresso-Kaffeekapseln. Dass diese mit einer Produktionskapazität von über zehn Milliarden Stück in Belp hergestellt und weltweit vertrieben werden, wissen nur wenige. Die alupak AG will expandieren und sucht zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das imposante, futuristisch anmutende Gebäude der alupak AG mit dem heruntergezogenen Aluminiumdach macht schon von weitem auf sich aufmerksam, wenn man auf der Strecke zum Flughafen Bern-Belp fährt. Der helle, grosse Empfangsraum gibt durch eine Glaswand den Blick frei auf die Produktionsstrassen. Für das Interview empfängt Dr. Andreas Zenz, seit 2015 CEO von alupak AG, den Schreibenden im Sitzungszimmer im ersten Stock. Auch hier wieder mit Sichtkontakt auf die Produktionshalle, diesmal «von oben». 

Welches ist Ihr revolutionärstes Produkt, worauf Sie besonders stolz sind?

Es gab bereits bei der Firmengründung 1962 bahnbrechende Produkte. Ich denke beispielsweise an Aluminiumbehälter für Backwaren oder Konfitürendöschen. Aber klar, seit 1985, als wir zusammen mit Nestlé die heute bekannten Kaffeekapseln entwickeln durften, verbindet man unser Unternehmen am stärksten mit diesem Produkt. Darauf sind wir nach wie vor stolz. Niemand hätte sich noch bis in die 1990er-Jahre vorstellen können, dereinst Kaffee aus einer Kapsel zu trinken – und erst noch aus ausschliesslich recyceltem Material. Aluminium kann ohne Verlust unendlich recycliert werden. Siebzig Prozent des insgesamt geschürften Aluminiums sind immer noch in Gebrauch!

Wo wird der Kaffee abgefüllt?

Wir liefern die Kapseln zum Kunden, der sie dann abfüllt, verschliesst und in die ganze Welt vertreibt. Es bestehen sehr hohe Ansprüche an Hygiene, Qualität und Effizienz, so macht es Sinn, das Abfüllen nahe am Kaffeeröstprozess zu machen.

Durch dieses Zusammenspiel geht Ihre Bindung zum Kunden wohl über das übliche Kunden-/Lieferantenverhältnis hinaus?

Ja, absolut. Ich spreche daher von einer extrem sensiblen Entwicklungspartnerschaft, wo beide Seiten sehr viel zum Erfolg beitragen. Das Produkt soll gut schmecken, die Kapsel hübsch aussehen und zum Erlebnis des Kaffeegenusses führen. Die Aluverpackungen werden vom Kunden kreiert, er hat das ganze Produktkonzept und bestimmte Vorstellungen zum Design. Für uns geht es darum, dass wir seine Ideen möglichst 1:1 umsetzen können. Das ist nicht immer möglich und so arbeiten wir jeweils gemeinsam an einer Optimierung. Wenn  nur das Design geändert wird, können wir mit der gleichen Produktionslinie fahren, nicht hingegen bei einer Änderung der Verpackungsform. Bei den Kaffeekapseln mit ganz unterschiedlichen Formen sind zum Beispiel unterschiedliche Produktionslinien erforderlich. Unsere Mitarbeitenden dieser Linie haben es mit anderen Eigenschaften zu tun.

Durch Homeoffice während der Coronakrise ist der Kaffeekonsum gestiegen. Das freut Sie sicher?

Ja, zweifellos. Vor einem Jahr war die Unsicherheit gross, weil noch niemand von uns eine Pandemie erlebt hatte. Der Out-of-home-Konsum ist massiv eingebrochen, der Kaffeekonsum zuhause aber sehr spürbar gestiegen. Wir wachsen zurzeit stark und möchten unseren Mitarbeitendenbestand wenn möglich noch in diesem Sommer auf zirka 340 Stellen ausbauen. Für unsere anspruchsvolle Technik suchen wir engagierte und interessierte Mitarbeitende aus den Fachbereichen Mechanik, Instandhaltung, Automatik sowie Prozesstechnik und Informatik. 

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