«Ich programmiere und entwickle gerne Spiele»

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In der dritten Ausgabe der Interviewreihe Jung vs Alt erzählt Shervan Yacoub (16) unserem Autor Thomas Born-hauser, warum er in der Schule gerne Matheunterricht hat und wieso Englisch eine Rolle spielt.

Shervan Yacoub, in einem Vorgespräch hast Du uns gesagt, wir sollten heute die Schule thematisieren. Weshalb das?

Ganz einfach (schmunzelt), weil die Schule ein Grossteil meines Lebens ist. Meistens beginnt der Unterricht um 07.30 Uhr, nach der Mittagspause sitzen wir bis 16.45 Uhr auf unseren Stühlen. Klar, es gibt Ausnahmen: Mittwochnachmittag frei, Dienstag und Mittwoch gehen wir erst um 08.15 Uhr zur Schule, an drei anderen Tagen finden wir uns hingegen bereits um 13.00 Uhr wieder ein, nicht erst eine Stunde später. Das alles ist sehr abwechslungsreich, der Unterricht auch irgendwie spannend. Wer will, kann eine ganze Menge lernen. Und die Schule zwingt mich, frühmorgens aus dem Bett, an Wochenenden kann es nämlich schon mal vorkommen, dass ich bis Mittag schlafe… 

Wie viele Schülerinnen und Schulen seid Ihr in der Klasse?

(Überlegt kurz, nimmt die Finger zu Hilfe, um abzuzählen). 6 Modi, 7 Giele. Plus der Klassenlehrer.

Unvermeidliche Frage: Lieblingsfächer? Und was steht nicht zuoberst in der Hitparade?

Ich mag Mathematik, Sport und Englisch. Eher Mühe habe ich mit Französisch und Deutsch. Englisch passt mir, weil es die Weltsprache ist.

Der französische Präsident Emmanuel Macron wird das aber gar nicht gerne hören, als Nummer 1 der Grand Nation…

Ist aber so. Wissen Sie, ich habe Ihnen ja gesagt, dass ich gerne Mathe habe. Da ist Englisch Pflicht. Jedermann – um ein Beispiel zu geben –, versteht weltweit, was ein Computer ist, wer kann denn schon etwas mit
einem Ordinateur anfangen?

1:0 für dich. Gefällt dir Mathematik deshalb, weil es ein methodischer Aufbau ist, wo es keine – anders als im Französischen – unlogischen Varianten gibt?

Ja, das ist genau so. Das Fundament und die sich daraus ergebenden Entwicklungen sind nachvollziehbar. Wichtig ist einfach, dass man nicht den Faden verliert.

Zieht sich die Mathematik als Hobby auch in dein Privatleben?

Ja. Ich programmiere und entwickle selber Computerspiele, natürlich noch auf einem bescheidenen Niveau, aber mit jedem erfolgreichen Abschluss einer Idee, folgt der nächste Schritt, anspruchsvoller als zuvor. Step by step. Ziel meines Hobbys ist es, einmal ein PC-Spiel ins Internet stellen zu können.

Und damit Geld zu verdienen?

Wieso nicht? Vorher muss ich allerdings noch eine ganze Menge dazulernen. Ich hoffe deshalb, dass ich eine Ausbildung zum Informatiker machen kann, im Moment sind Antworten von möglichen Lehrbetrieben noch ausstehend, ich bin aber zuversichtlich, dass ich irgendwo einen Platz finden werde.

Du trägst ein T-Shirt mit einem Bild von Neil Armstrong oder Buzz Aldrin auf dem Mond. Warum?

Ich finde das einfach eine tolle Aufnahme, abgesehen davon, hatte die Mondlandung viel mit Technik zu tun. Das fasziniert mich. Zudem ist es eine aktuelle Aufnahme, auch wenn die Herren bereits vor über 50 Jahren auf dem Mond waren. Grund dafür: Der dritte Astronaut von Apollo 11, der den Mond in seiner Kapsel nur umrundet und dann die Kollegen wieder mit an Bord zur Erde genommen hat, Michael Collins, ist erst kürzlich
verstorben. Thomas Bornhauser

JUGENDLICHE HABEN DAS WORT
Die BümplizWoche ist eine Lokalzeitung für alle Menschen, die im Stadtteil VI wohnen. Aus diesem Grund möchten wir mit der Serie «Jugendliche haben das Wort» auch Teenager zu Wort kommen lassen. Was junge Leute zu sagen haben, kann Älteren nicht gleichgültig sein. Heute erzählt uns Shervan Yacoub (16 Jahre alt, 9. Klasse Schule Schwabgut) seine Eindrücke zur Schule. In der nächsten Ausgabe unterhalten wir uns mit Shaban Zeqiri.

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