Späte Berufung zum Traumjob in der Pflege

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Eine neue Herausforderung wagen: Mit Mitte 40 entschied sich die gelernte Physiotherapeutin Elke Zürcher für eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Heute arbeitet sie im Domicil Baumgarten – mit Freude, Teamgeist und Verantwortung. 

In die Langzeitpflege gehen? Das wäre Elke Zürcher vor sieben Jahren zuerst nicht in den Sinn gekommen. Frisch aus Afrika zurück suchte sie damals eine neue berufliche Herausforderung in der Medizin, nahe am Menschen. So begann sie 2014 eine Teilzeitausbildung am BZ Pflege über vier Jahre. «Ich wollte nicht in meinen alten Beruf als Physiotherapeutin zurück und ergriff die Chance, nochmal etwas Neues zu lernen.» Das Ziel: Orthopädie. Doch ihr letztes achtmonatiges Ausbildungspraktikum absolvierte Zürcher im Domicil Baumgarten – und fühlte sich auf Anhieb wohl. Sie legte ihre Pläne sofort ad acta und entdeckte ihre Leidenschaft für die Pflege. «Es hat mir richtig den Ärmel rein genommen», lacht die 53-Jährige heute. 

Domicil Baumgarten räumte der Berufsanfängerin viel Zeit ein, um die Bewohnenden kennenzulernen. «Und das ist nicht selbstverständlich. Ich wurde Schritt für Schritt eingeführt», erinnert sich Zürcher. Je nach Kenntnisstand meldete sie sich, um neue Aufgaben zu übernehmen. Nachfragen? Kein Problem. «Ich hatte immer eine Ansprechperson, das war super.» Direkt nach ihrem Abschluss konnte sie nahtlos bei Domicil Baumgarten weiterarbeiten und bemerkte, dass sie viele Inhalte aus ihrer Berufsbildung hier umsetzen kann. Besonders wichtig ist Elke Zürcher die Beziehung zu den Bewohnenden. Sie lernt Biografie und Lebenslage der Menschen kennen, deren Familien und Freunde. «Wäre ich nach meiner Ausbildung in ein Akutspital gegangen, hätte ich diese spannenden Aspekte in der Arbeit nicht gehabt. Hier ist das anders», sagt sie mit hörbarer Begeisterung in der Stimme. 

Als Mutter von drei Kindern, die mit beiden Beinen im Leben steht, hat sich Zürcher bewusst für eine Anstellung in Teilzeit entschieden. Neben ihrem 60-Prozent -Pensum und dank sechs Wochen Ferien pro Jahr bleibt genug Zeit für Familie und Freizeit, dennoch kann sie auch mit diesen Stellenprozenten Zusatzaufgaben und neue Herausforderungen im Beruf wahrnehmen.

Viel Support von Domicil

Besonders die Palliative Care findet sie spannend. Die diplomierte Pflegefachfrau freut sich, dass sie hier schon früh Förderung erfuhr: «Bei Domicil Baumgarten gibt es Palliative-Care-Verantwortliche. Als ich noch gar nicht lange hier arbeitete, wurde ich gefragt, ob ich das auch machen möchte. Ich sagte sofort zu!» 

Nun absolviert Zürcher in diesem Feld eine externe Zusatzausbildung. Domicil stellt als führende Langzeitpflege-Spezialistin dafür die Finanzierung und Arbeitszeit zur Verfügung, was die Pflegefachfrau sehr schätzt. Ihr neustes Wissen bringt Zürcher dann in Teamsitzungen ein: «Wir nehmen uns immer Zeit, um zu überlegen, wie wir die neuen Erkenntnisse für die Lebensqualität unserer Bewohnenden umsetzen können.» Zudem ist Zürcher Mitglied im Ethik-Komitee des Alterszentrums. Dieses Gremium aus verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Abteilungen trifft sich dreimal jährlich und bespricht komplexe Fälle. In ihrem beruflichen Alltag trägt Elke Zürcher in ihrem Bereich die Tagesverantwortung. Im Grade- und Skill-Mix von Domicil arbeitet sie im Einklang mit ihren Fähigkeiten und Stärken. Sie muss eine Pflegeplanung und das Schmerzmanagement aufstellen, tauscht sich mit Ärztinnen, Ärzten und Angehörigen aus und übernimmt die Wundversorgung. Im Notfall ist Zürcher auch zur Stelle. Für sie ist die Arbeit bei Domicil Baumgarten aber mehr als ein Job: «Ich habe die Bewohnenden hier einfach liebgewonnen.» Gerade die Gespräche mit ihnen findet Zürcher unglaublich wertvoll. «Anfangs hatte ich grossen Respekt vor der Arbeit mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Nun finde ich es eines der spannendsten Felder.» Hier muss sie die ganze Bandbreite verbaler und nonverbaler Kommunikation nutzen, gerade während der Coronakrise mit den Schutzmasken. 

Lebenserfahrung als Vorteil

Zürcher sieht in ihrem Job ihre Lebenserfahrung durchaus als Vorteil. «Ich gehe die Aufgabe mit gesundem Menschenverstand an und sehe vielleicht schneller, wie die Dinge zusammenhängen.» Aus ihren acht Jahren im westafrikanischen Guinea bringt sie eine grosse Portion Toleranz und Gelassenheit aber auch Offenheit mit. «Wir neigen schnell dazu, ein Verhalten, das wir nicht verstehen, zu verurteilen. In Guinea konnte ich lernen, wie in fremden Kulturen ganz andere Wege zum Erfolg führen. Das hilft mir heute sicherlich im Umgang mit Menschen.» Michèle Graf

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