Der Tausendsassa, der niemals müde wird

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Der vielbeschäftigte Bümplizer hat sich Zeit genommen, um darüber zu sprechen, warum er sich in seinem Stadtteil immer wieder ins Spiel bringt. Dabei geht es weniger um Parteienwerbung, sondern vielmehr um Motivation und Menschlichkeit.

Den Bümplizerinnen und Bümplizern zu erklären, wer Thomas Fuchs ist, wäre so, als wolle man den Schweizerinnen und Schweizern erklären, wer Adolf Ogi sei – beide kennt man einfach. Kaum ein anderer ist für seinen Heimatort so präsent wie der gelernte Betriebswirtschaftler und Kreditspezialist. Der 54-jährige Thomas Fuchs sucht immer wieder die Bümplizer Öffentlichkeit und weist auf Themen hin, die aus seiner Sicht falsch laufen, besser oder anders gemacht werden können. 

Die Öffentlichkeit suchen 
Er positioniert sich nicht nur während Wahlkämpfen, sondern permanent und stellt so ein quasi immerwährendes Mahnmal an die Bümplizer dar, sich nicht von der Stadt und Obrigkeit unhinterfragt alles Aufdiktieren zu lassen. Dabei gerät Fuchs nicht selten ins Kreuzfeuer der Kritik und wird von Andersdenkenden angefeindet. Darüber kann der Bänker allerdings nur schmunzeln. «Neid», nennt er das.

Doch warum tut man sich das an? Warum sucht man immer wieder die Öffentlichkeit und wird zum unangenehmen Splitter im Sitzkissen des Berner Stadtrates, wenn es um die Belange von Berns Westen geht und mit Undankbarkeit leben muss? «Weil es sonst keiner tut.» Das liege daran, dass viele Leute nicht könnten, nicht wollten, oder nicht wüssten, wie. Fuchs zuckt die Schultern: «Das passiert häufig. Ich bekomme viele Anrufe mit Nachfragen, wie man sich engagieren kann.» Und das müsse nicht immer politisch sein. Zwar helfe die Mitgliedschaft in einer Partei, Dinge ins Rollen zu bringen und Projekte zu organisieren sowie Menschen zusammenzubringen, sei das allerdings kein Muss. 

«Es gibt noch den Quartierverein und viele andere Vereinigungen. Man kann sich auch als Einzelperson engagieren und versuchen, etwas zu verändern. Wichtig ist, dass man den Willen aufbringt, dies zu tun.» Dabei würde Fuchs sich sehr wünschen, dass mehr Menschen die Initiative ergreifen und sich entscheiden, etwas zu tun. «Das gehört doch auch zum Schweizer System – das Sich-Einsetzen.» Dabei komm es nicht auf das Alter, die Herkunft oder den sozialen Status an. «Hauptsache, man tut etwas. Denn sonst tut es die Regierung.»

Immer etwas machen
Fuchs selbst entdeckte bei sich den Willen, etwas zu bewegen im Alter von ungefähr 16 Jahren. Damals verhinderte er durch den Glauben daran, dass es anders ginge und unter Zuhilfenahme einer Unterschriftensammlung einen Landverkauf. «Da hat es mich gepackt.» Für Thomas Fuchs hört Engagement aber nicht bei Petitionen und Unterschriftensammlungen auf – da fängt er gerade erst an, das macht er quasi dauernd. Fuchs Engagement geht so weit, dass er privates Geld in die Hand nimmt, um Bümpliz weiter voranzubringen oder Bestehendes zu retten. So geschehen mit dem Restaurant Kleefeld. «Es sollte geschlossen und aufgelöst werden. Wir wollten das nicht geschehen lassen und entschlossen uns, das Restaurant privatfinanziert zu retten. Eine gute Entscheidung, wie sich gezeigt hat. Es ist eine Institution.»

Neben dem Einsatz für seinen Stadtteil engagiert sich Fuchs auch politisch. Der 54-Jährige ist seit Jahrzehnten Mitglied der SVP und war sogar Stadt-, Gross- und Nationalrat. Zurzeit ist er der Präsident der SVP Stadt Bern und der SVP Bümpliz. «Hier hat man mich mit offenen Armen begrüsst und aufgenommen. Bei anderen Parteien sollte ich erstmal die Protokolle Schreiben und mich quasi beweisen. Bei der SVP war und ist das ganz anders.» Dass in Bümpliz die Parteigrenzen schnell verschwimmen und es keine Rolle spielt, ob man links, rechts oder Mitte ist, zeigt die aktuelle Diskussion um den Friedhof Bümpliz. Alle ortsansässigen Parteisektionen sprechen sich gegen die Auflösung des Friedhofs aus. «Das ist richtig und wichtig», sagt Thomas Fuchs, «es geht hier um das Quartier und den Einsatz für die Menschen.» Parteipolitik spiele dabei keine Rolle. Allerdings, so Fuchs, habe er in den vergangenen Jahren eher selten erlebt, dass man sich parteiübergreifend einig war. 

Aber der Friedhof ist nicht die einzige Baustelle, die Thomas Fuchs momentan beschäftigt. «Es gibt viele Dinge, die man in Bern West besser oder anders machen kann.» Damit meint er zum Beispiel die Sammelstelle in der Statthalterstrasse. Aufgrund der aktuellen Beschilderung wird dort das Parken und Entsorgen erschwert. «Oder die Schulen. Das ist in Bümpliz ein ganz grosses Thema.» 

Engagement ein Leben lang 
Und wann hört das Engagement des Thomas Fuchs für seinen Stadtteil auf? «Wenn ich tot auf dem Friedhof Bümpliz liege», lacht er. Dennoch: Thomas Fuchs möchte seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mitgeben, dass sie sich trauen sollen, sich zu engagieren: «Es lohnt sich!»


Zur Person

Thomas Fuchs (54) lebt in Niederbottigen. Er ist ausgebildeter Betriebswirtschaftler und bei einer Grossbank tätig. Er engagiert sich seit Jahrzehnten in der SVP und sass im Berner Stadt- und Grossrat sowie im Nationalrat. Eines seiner Hobbys: der Einsatz für Bümpliz.


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