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Auswärts ist die Abwehr löchrig wie ein Küchensieb

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Manuel Bregy gibt seinen aufmerksam zuhörenden Spielern in der Pause Anweisungen. Foto: zvg

Es gab Zeiten, da spielte der SC Bümpliz 78 in der Nationalliga B und trennte sich vom FC Basel unentschieden. Doch das liegt mittlerweile 30 Jahre zurück. Heute ist man froh, im Vorjahr dem Abstieg knapp entronnen und jetzt wieder erfolgreicher zu sein. 

«Schau vorwärts, nicht zurück.» Die Bümplizer tun gut daran, sich an dieses alte deutsche Sprichwort zu halten. Denn einerseits verlockt dieser Blick in den Anfang der Neunzigerjahre mit der Spielzeit in der Nationalliga B zum Träumen, anderseits ist aber auch Zittern, Hoffen und Bangen angesagt, mit dem hauchdünn entgangenen Abstieg im Vorjahr.

«Wir sind froh, dass die Tabellenlage jetzt nicht mehr so prekär ist», zieht Trainer Manuel Bregy nach der Vorrunde eine erste Zwischenbilanz. Die Bümplizer liegen im Verfolger-Quintett zusammen mit Grünstern, Köniz, Kirchberg und Pruntrut innerhalb von nur zwei Punkten klar hinter Leader Besa-Biel zurück und scheinen in diesem Jahr nichts mit der Relegation zu tun zu haben, obwohl drei Teams den Weg nach unten antreten müssen.

Zwei Gesichter
Neu in der Seeländer-Gruppe eingeteilt, geben Trainer Manuel Bregy bisher vor allem die unterschiedlichen Leistungen seines Teams auf dem heimischen Bodenweid-Kunstrasen und den Naturfeldern auswärts zu denken. Von den 21 Punkten holte der SCB 78 deren 14 in Bümpliz und nur sieben auswärts, dreimal setzte es deutliche Niederlagen ab, in Nidau (2:6) sowie bei Ajoie und Grünstern (je 1:4).

«Zuhause, auf Kunstrasen, spielen wir gut und kombinieren attraktiv, auswärts auf Naturrasen tun wir uns schwer. Wir sind zwar in technischer Hinsicht nicht eine herausragende Mannschaft, doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – von 22 Gegentoren kassierten wir deren 16 (oder rund 75 Prozent) in der Fremde», sagt Manuel Bregy. Der «Verbannung» in die Gruppe 2, wo neben dem SCB 78 nur Köniz aus Bern oder Umgebung spielt, gewinnt Manuel Bregy auch Positives ab. «Wir lernen neue Gegner kennen, vom Niveau her gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Es wird ein anderer Fussball gespielt, das ist spannend. Ich denke, in der Berner-Gruppe gibt es mehr starke Einzelspieler, im Seeland dagegen sind die Teams ausgeglichener.» 

Es wird nicht langweilig
Insider des SC Bümpliz 78 bezeichnen Manuel Bregy als eine Art «Perpetuum Mobile», als Menschen, der ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt, ohne müde zu werden.  Wo immer Not am Mann ist, springt der Coach mit dem im Fussball bekannten Namen ein – «nein, mit Georges bin ich nicht verwandt, höchstens vielleicht um 1000 Ecken» – und steht mit Rat und Tat zur Seite. Fehlt irgendwo ein Juniorentrainer – Manuel Bregy ist da. Fehlt in der Buvette ein Mann, um Bier zu zapfen? «Nicht verzagen, Bregy fragen!» Wird es ihm jetzt nicht langweilig, wenn der Meisterschaftsbetrieb bis Ende März ruht? «Nein, keineswegs, Langeweile wird nicht einkehren. Wir trainieren weiterhin zweimal wöchentlich, machen Pause über Weinachten und Neujahr und dann geht es schon wieder los. Auch mir tut die Pause gut, und schliesslich gibt es auch im Beruf viel zu tun.»

Nicht höher als 2. Liga regional
Von aufmerksamen Beobachtern des regionalen Fussballgeschehens wird Manuel Bregy als einer der seriösesten und talentiertesten Coaches bezeichnet. Deshalb sei die Frage erlaubt: Welche Ziele verfolgen Sie in Ihrer weiteren Karriere als Trainer? Manuel Bregy lacht und nimmt dem Fragesteller gleich den Wind aus den Segeln. «Ich bin in der 2. Liga regional glücklich, weiter oben will ich nicht Trainer sein.» Heisst das, dass Sie im Falle eines Aufstiegs den SC Bümpliz 78 nicht mehr weiter betreuen würden? «Nein, das will ich so jetzt nicht sagen. Aber von einem Aufstieg sind wir noch Lichtjahre entfernt. Für uns gilt es jetzt zuerst einmal, wieder ein gesunder 2.-Liga-Verein zu werden, dann sehen wir weiter.»

Zur Person
Manuel Bregy wurde am 4. Dezember 1986 in Bern geboren. Er spielte für den FC Gerzensee und den FC Münsingen und war Trainer bei Wohlensee, dem FC Bern 1894 und ist seit 2020 beim SC Bümpliz 78. Er gilt als einer der talentiertesten Trainer in der Region Bern.

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