«Das Hockey-Virus wird mich nie loslassen»

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Daniel Rutschi. Foto: zvg

Daniel Rutschi, ein waschechter «Rot-Blauer», der letzte Spieler, der es bisher vom «Weyerli» aus in die erste SCB-Mannschaft schaffte, ist ein Eishockey-Besessener.  

Seit Kindsbeinen ist er diesem Sport mit Leib und Seele verbunden, heute nur noch selten als Trainer, aber als Mitarbeiter der Interhockey AG, ist er nach wie vor eng mit dem Eishockey verbandelt, unter anderem auch als Material-Ausrüster des SCB, mit dem Daniel Rutschi als Spieler nicht weniger als drei Meistertitel feiern durfte. Doch ganz beiseitelassen kann er das Trainer-Business nicht. Er betreut heute die Berner Kantonalauswahl der 13- und 14-jährigen als Mitglied des Trainerstaffs. «Das Hockey-Virus wird mich nie loslassen», sagt Daniel Rutschi.

Der schwere Start
Begonnen hat die Eishockey-Karriere Daniel Rutschis alles andere als vielversprechend. Mit den Rot-Blau-Schülern bestritt er am Nachmittag auf dem Weyermannshaus sein erstes Training. Der Trainer war offensichtlich von den Qualitäten des neuen Juniors überzeugt und nahm ihn bereits am gleichen Abend mit zu einem Spiel gegen die Gleichaltrigen des SCB. «Wir verloren mit 2:22, ich werde diesen Match mein Leben lang nicht vergessen. Ich hatte die ‹Schnauze voll› und wollte eigentlich gerade wieder aufhören», blickt der ehemalige Verteidiger heute mit einem Lachen auf den schwierigen Anfang zurück. Doch alles kam anders. Daniel Rutschi blieb Rot-Blau vorerst treu, wurde in die Nationalmannschaft der U16 berufen und debütierte nach seinem Wechsel zum SCB bereits als 17-Jähriger im Fanionteam der Berner. In einer grossartigen Mannschaft unter Trainer Bill Gilligan war Daniel Rutschi als prägendes Element in der Abwehr bei drei Meistertiteln dabei, doch nach Gilligans Abgang und der ersten Saison unter dem Coach Hannu Jortikka 1993/94 wollte sich der Mann aus Berns Westen ein weiteres Jahr unter dem finnischen Tyrannen nicht antun und zog mit den gleichdenkenden Harry Rogenmoser und Michael Meier weiter zum SC Rapperswil-Jona. Die Ostschweiz sollte dann für einige Jahre Daniel Rutschis Heimat bleiben, bei verschiedenen Klubs war er ein gefragter Mann, später auch als Spielertrainer und Trainer, ehe er nochmals bei seinem Stammverein, dem EHC Rot-Blau, als Trainer einsprang.

Ein geregeltes Leben
Nach mehr als 20 Jahren im Spitzen-Eishockey, zuletzt von 2011-16 während fünf Jahren als Stufenchef U15 im SCB, wurde in Daniel Rutschi der Wunsch wach, ein etwas geregelteres und ruhigeres Leben zu führen, einmal drei Wochen Ferien am Stück zu geniessen und nicht mehr jeden Abend in einer Eishalle zu stehen. Doch dem Eishockey kehrte er nicht den Rücken. Bei der Interhockey AG, wo der ehemalige SCB-Goalie Roland Gerber als CEO und Inhaber tätig ist, betreut er nebst vielen anderen Klubs in der Region Bern den SCB und ist beispielsweise dafür besorgt, dass Simon Moser und Beat Gerber stets den richtigen Stock zur Hand haben.

Klar, dass er auch die Leistungen der Berner beobachtet – auch da hat er eine klare Meinung. «Ich rege mich über die ewigen Kritikaster auf, die nur dann jubeln, wenn der Erfolg da ist. Man darf doch nicht vergessen, was im SCB in den letzten Jahren geleistet worden ist. Ein richtiger Fan unterstützt seinen Verein in guten und in schlechten Zeiten und ich bin mir sicher, dass beim SCB schon bald wieder bessere Zeiten anbrechen werden. Und was die laufende Saison betrifft, kann ich nur sagen, dass ich dem Team in den Play-offs einiges zutraue und es mich nicht überraschen würde, könnte der SCB in diesem Jahr noch positive Schlagzeilen schreiben.» 

Zur Person
Daniel Rutschi wurde am 18. März 1968 in Bern geboren. Er begann und beendete seine Karriere als Eishockeyspieler beim EHC Rot-Blau Bern-Bümpliz. Weiter spielte er für den SCB, Olten, Rapperswil-Jona, Servette, Abschluss als Profi beim SCB, weiter GC, Uzwil, Wil und Laufen. Dreimal Meister mit dem SCB (1989/91/92). Zwei Länderspiele. Drei WM-Teilnahmen Inline-Hockey, Weltmeister 1999. Heute als Aussendienstmitarbeiter bei der Interhockey AG tätig. 

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