Besuch aus dem Gemeinderat

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Franziska Teuscher war zu Gast bei der QBB. Foto: Andreas von Gunten

Gemeinderätin Franziska Teuscher hat am Forum der Quartierkommission Bümpliz Bethlehem (QBB) teilgenommen und mit den Delegierten über aktuelle Fragen aus dem Quartier diskutiert. 

Gemeinderätin Franziska Teuscher steht der Direktion für Bildung, Soziales und Sport (BSS) der Stadt Bern vor. Zur Sprache kamen am QBB-Forum ganz unterschiedliche Themen aus ihrer Direktion. Im Folgenden werden zwei Themen herausgegriffen, die vollständigen Informationen zum QBB-Forum sind auf der Homepage der QBB zu finden (siehe Kasten).

Schulraumplanung
Als erstes informierten Franziska Teuscher und ihre Mitarbeitenden über aktuelle Fragen der Schulraumplanung im Quartier – ein Thema, das den Stadtteil VI stark beschäftigt, denn bei den Schulen ist viel in Bewegung. Insgesamt besteht bei den Schulen im Quartier ein hoher Investitionsbedarf. Ausserdem gibt es im Quartier einen grossen Bedarf an Schulraum für die steigenden Schülerzahlen, die sich durch die rege Wohnbautätigkeit im Quartier ergeben. Aufgrund des Sanierungsbedarfs wie auch des benötigten zusätzlichen Schulraums werden quasi alle Schulstandorte im Quartier in den kommenden Jahren saniert oder erneuert. Darunter fallen der Neubau von ganzen Schulen wie im Kleefeld ebenso wie Sanierungen und Erweiterungsbauten wie im Bethlehemacker und im Stöckacker.

Nachdem die Quartierkommission in den letzten Jahren wiederholt ihre Sorge um genügenden Schulraum ausgedrückt hatte, hat der Austausch mit der Stadt nun gezeigt, dass diese die Thematik aufgegriffen hat und die Schulhäuser im Stadtteil VI prioritär behandelt. Franziska Teuscher und Jörg Moor als Vertreter des Schulamts konnten anhand der einzelnen Schulstandorte aufzeigen, dass im Rahmen dieser Bauprojekte eine bedeutende Erweiterung des Schulraums erreicht und so der Bedarf an zusätzlichen Klassenräumen gedeckt werden kann. Erfreulich ist etwa, dass die Stadt im Entwicklungsgebiet «Weyermannshaus West» in der Untermatt zwischen der Galenika und dem Freibad Weyerli Raum für zwei Basisstufen vorsieht, wie es von der Quartierkommission schon seit längerem gefordert wird. 

Die Ausführungen von Franziska Teuscher zeigten aber auch, dass die verschiedenen Bauprojekte zeitlich sehr eng aufeinanderfolgen und noch während mehreren Jahren der Einsatz von provisorischen Schulbauten notwendig ist. Dies birgt auch Risiken, da Verzögerungen in den einzelnen Schulbauprojekten oder ein beschleunigter Wohnungsbau temporär zu Engpässen bei den Schulen führen könnte. Mit einer engen Beobachtung der Wohnbautätigkeit und einem Ausgleich zwischen den Schulstandorten soll dieses Risiko tief gehalten werden.

Frühförderung im Quartier
Eliza Spirig, Leiterin der Frühförderung beim Gesundheitsdienst, stellte das städtische Förderprogramm «Deutsch lernen vor dem Kindergarten» vor. Das Programm wurde 2020 gestartet. Jeweils im Januar werden alle Familien angeschrieben, die Kinder im Alter von drei bis dreieinhalb Jahren haben. Sie erhalten einen Fragebogen, mit dem eine Vorabklärung zu den Deutschkenntnissen dieser Kinder gemacht wird. Aufgrund der Rückmeldungen kann beurteilt werden, ob die Kinder von einer Sprachförderung vor dem Kindergarten profitieren würden – und bei Kindern mit Förderbedarf wird darauf ein geeignetes Förderangebot gesucht (siehe Bericht in dieser Ausgabe auf Seite 3). In den ersten zwei Jahren des Projektes ist die Vermittlung recht erfolgreich verlaufen, so dass bei 80 Prozent der Kinder mit einem Förderbedarf ein geeignetes Förderangebot vermittelt werden konnte, etwa über Primano oder in einer Kindertagesstätte.

Mit Interesse haben die QBB-Delegierten zur Kenntnis genommen, dass rund ein Viertel der von der Stadt angeschriebenen Familien aus dem Stadtteil Bümpliz-Bethlehem stammen. Das Programm kann entsprechend viel zur Chancengerechtigkeit in den Schulen beitragen. Gerade in Stadtteil VI ist der Rücklauf der Fragebogen noch nicht so hoch wie erhofft, obwohl die Unterlagen in vielen verschiedenen Sprachen vorliegen. Dies lag möglicherweise auch an der Pandemie, welche den Austausch mit jungen Familien – etwa in den Quartierzentren – erschwert hat. Generell sollte das Programm aber noch weiter bekannt gemacht werden. Die Stadt wünscht sich dazu die Unterstützung der lokalen Vereine und der in ihnen engagierten Personen. Diese können junge Familien auf das Angebot aufmerksam machen, wodurch diese möglicherweise ihre Scheu vor dem Kontakt mit Behörden besser überwinden können. Die QBB unterstützt dies und lädt alle Personen, die junge Familien kennen, ein, diese auf die Möglichkeiten des Förderprogramms «Deutsch lernen vor dem Kindergarten» aufmerksam zu machen.

Franziska Teuscher hat am QBB-Forum auch explizit auf einen Bericht zu Familienarmut in Bern hingewiesen. In der Stadt sind die Zahlen von Kindern und Jugendlichen in der Sozialhilfe angestiegen. Die Stadt liess deshalb ihre Strategien und Massnahmen daraufhin überprüfen, inwieweit sie einkommensschwache Familien und deren Kinder erreichen und adäquat unterstützen kann. Es fehlt nicht an Angeboten. Die Betroffenen kennen sie jedoch nicht, weshalb der Gemeinderat sich darum bemüht, die Niederschwelligkeit der Angebote zu verbessern. Die QBB-Delegierten wurden darum gebeten, Ideen einzubringen, wie man Armutsbetroffene besser erreichen könnte.

Vorschau auf das nächste QBB-Forum
Am 21. Februar 2022 findet das nächste QBB-Forum statt. Diskutiert werden unter anderem die nächsten Ausbauschritte des Fernwärmenetzes im Stadtteil VI und die Vorstudie zum Trottoir an der Matzenriedstrasse. Das detaillierte Programm ist auf der Homepage der QBB zu finden. 

Zur Quartierkommission QBB
Die Quartierkommissionen der Stadt Bern sind die offiziellen Organe, über welche die Quartierbevölkerung die Möglichkeit erhält, in Belangen des Quartiers und der Quartierentwicklung mitzuwirken. Die Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem QBB übernimmt diese Funktion für den Stadtteil VI Bümpliz-Bethlehem-Bottigen-Riedbach. Die QBB erarbeitet Stellungnahmen und Positionen zu Fragen der Quartierentwicklung und informiert über Vorhaben der Behörden und Dritten. Ausserdem greift sie Anliegen der Bevölkerung auf und initiiert und unterstützt stadtteilbezogene Aktivitäten.

Aktuell versammelt die QBB Delegierte von 28 Organisationen und Parteien aus dem Stadtteil VI. Die Diskussion aktueller Planungsprojekte und Anliegen aus dem Quartier geschieht an monatlich stattfindenden, öffentlichen Veranstaltungen, dem QBB Forum (siehe www.qbb.ch). Aktuell findet das QBB-Forum online statt (Zugangsdaten erhältlich unter info@qbb.ch).

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