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Ich wünsche mir die PTT zurück

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Gut möglich, dass der eine oder die andere unserer Lesenden nicht weiss, was die PTT war. Ich flüstere es Ihnen: Es war die Vorläuferin der heutigen Post und Swisscom, zu einer Zeit, als an Hochzeitsfeiern noch Telegramme zugestellt und vorgelesen wurden, im Sinne eines Kundendienstes. Egal. Heute muss man schon fast dankbar sein, dass Kundinnen und Kunden ihre Post den Empfängern nicht selber überbringen müssen.

Hier drei Beispiele, im Verteilgebiet der BümplizWoche erlebt. Ich bin Finanzchef über die Waschmaschine und des Tumblers in jener Liegenschaft, wo sich auch meine Ferienwohnung befindet, in Vercorin/VS. Heisst: Die beiden Maschinen im Wöschchäller müssen mit Münzen gefüttert werden, damit sie das tun, wofür sie konstruiert wurden. So ungefähr dreimal im Jahr leere ich die Kässeli und mache mich an die Zwänzgi, Füfzgi oder Zwöifränkler heran. Früher konnte man das Geld der Post zum Zählen überlassen, weil dort entsprechende Zählapparate vorhanden waren. Heute jedoch muss ich die Münzen in Rollen abgeben, sofern genügend  Kleingeld für ein Rölleli vorhanden. Bei mir klappt das immer im dritten oder vierten Anlauf, nachdem ich Ungeschickter mehrmals zuvor alle auf den Boden gefallenen Münzen vom Boden aufgehoben habe, nur um dann auf der Post zu hören, ob ich das «zum ersten Mal» mache, angesichts des Gmurggs an beiden Enden der Rollen. Haha, wie lustig.

Beispiel 2: Ich gebe um 14.00 Uhr ein kleines Päckli auf, A-Post. Hinweis der Post-Mitarbeiterin: «Geht aber erst morgen weg, heute nicht mehr.» Ende der Durchsage. Weil ich nicht will, dass das Päckli tagelang unterwegs ist, bezahle ich also die A-Kosten für etwas, das die Post für den nächsten Tag zu leisten nicht imstande ist. Geil.

Zum Dritten: In der zweiten Januar-Hälfte begehre ich am Schalter 5er- und 10er-Marken, weil das Briefporto bekanntlich erhöht wurde. Auch da: Fehlanzeige, die Poststellen haben noch keine erhalten. Auskunft am Schalter: «Die Holländer können nicht liefern, es ist kein Fehler der Post.» Aus die Maus. Mein Rat: Anstelle einer eilends eingesetzten Taskforce  hätte man sich bei der Post vielleicht vorher erkundigen können, ob die ausländische Druckerei fähig sei, den Auftrag auszuführen, die Preiserhöhungen mit Ergänzungsmarken wurden ja nicht von einem Tag auf den anderen geplant. Aber äbe.

Der Autor
Thomas Bornhauser lebt in Wohlen und schreibt jedes Jahr einen Kriminalroman. Mit der gleichen Leidenschaft hat er auch mehrere Chäsereien-Führer geschrieben.

bosaugenblicke.ch

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