Weitere Gewerbebauten im Neuhuus-Areal

8 Minuten zu lesen
Das Neuhuus-Areal soll sinnvoll umgenutzt werden. Foto: Ralf Treuthardt

Die Neuhuus AG und das Tiefbauamt präsentieren im QBB-Forum den geplanten neuen, zentralen Werkhof im Neuhuus-Areal.

Das Tiefbauamt der Stadt Bern ist seit längerer Zeit auf der Suche nach einem zentralen Standort, um mit einer Zusammenlegung der Standorte ihrer Fahrzeughallen, Werkstätten und Lager die Zusammenarbeit zu optimieren und Kosteneinsparungen zu realisieren. Ursprünglich war ein Neubau am Standort Forsthaus vorgesehen. Ende 2020 sistierte der Gemeinderat allerdings dieses Projekt, da die Gesamtkosten mit über 70 Millionen Franken für die Stadt Bern nicht tragbar waren.

Ein neuer Anlauf
Auf dem Neuhuus-Areal in Bern-Bethlehem ergibt sich nun ein neues Projekt. Die Neuhuus AG will das gleichnamige Areal im nordöstlichen Teil der ehemaligen Messerligrube für das Gewerbe ausbauen und an Dritte vermieten. Am QBB-Forum hat sie ihr Bauprojekt das erste Mal öffentlich präsentiert. Die vorhandene Architekturstudie zeigt, dass im bestehenden Gelände zwei neue Gewerbebauten entstehen sollen. Das östlich stehende Gebäude soll in einer Rohfassung gebaut und an das Tiefbauamt der Stadt Bern vermietet werden. Dieses möchte es als zentralen Werkhof nutzen. Im östlichen, tieferliegenden Teil sollen die Fahrzeuge des Tiefbauamts eingestellt werden. Die Zufahrt erfolgt über die bestehende Strasse beim Betonwerk. 

Das Areal ist verkehrstechnisch gut erschlossen und bietet genügend Fläche für die Bedürfnisse des Tiefbauamts. Im Rahmen einer Absichtserklärung haben die Neuhuus AG und die Stadt vereinbart, einen Rohbaumietvertrag für einen Werkhof abzuschliessen. Die vorgesehene Mietlösung über 25 Jahre führt voraussichtlich zu jährlichen Kosten in Grössenordnung von rund 1,5 Millionen Franken. Sie bietet gegenüber einem städtischen Neubau den Vorteil, dass flexibel auf den technologischen Wandel und geänderte räumliche Anforderungen reagiert werden kann. Zudem ist die Mietlösung insgesamt günstiger. Durch die Zentralisierung am Standort «Areal Neuhuus» können die nicht mehr benötigten Flächen im Forsthaus (Baubetrieb), an der Freiburgstrasse (Signalisation) und an der Neubrückstrasse (Kanalnetzbetrieb) einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Gemeinderat beantragt beim Stadtrat für die Weiterverfolgung der Mietlösung am Standort Neuhuus einen Projektierungskredit in der Höhe von 1,9 Millionen Franken.

Im angrenzenden westlichen Teil des Areals soll ein weiteres Gewerbegebäude mit zwei bis drei Geschossen erstellt werden. Dieses wird über die Stichstrasse von der Eymattstrasse her erschlossen. Die Neuhuus AG möchte auch dieses Gebäude als Mietobjekt zur Gewerbenutzung bereitstellen.

Werkhof und Depot
Das Neuhuus-Areal dient derzeit noch als Rückfallebene für ein neues Tramdepot von BERNMOBIL im Westen Berns. Dafür steht der Standort Bodenweid im Fokus, wofür zurzeit eine Machbarkeits- und Potenzialstudie erarbeitet wird. Damit der Standort Neuhuus-Areal auch weiterhin als Rückfallstandort dienen kann, wird in der kommenden Projektphase unter Einbezug von BERNMOBIL geprüft, wie sich Werkhof und ein eventuell später realisiertes Depot vereinbaren liessen. Die QBB hat sich nach der Vorstellung der verschiedenen möglichen Areale klar für ein Tramdepot auf der Bodenweid ausgesprochen und unterstützt die entsprechenden weiteren Vorarbeiten der Stadt.

Die Delegierten sprechen sich im QBB-Forum mehrheitlich für das Projekt des Werkhofs der Stadt im Neuhuus-Areal aus und begrüssen die angestrebte gewerbliche Nutzung des Areals. Die geplanten Gebäude fügen sich gut in die Landschaft ein und werden mit möglicher Dachbegrünung oder einer Photovotaikanlage nachhaltig ausgestattet. 

Die Anwohnerschaft wurde am gleichen Anlass über das Bauvorhaben informiert. 20 Besuchende lauschten den Voten der Referierenden. Von den Anwohnern wurden teilweise kritische Voten zur befürchteten Lärmentwicklung und dem zunehmenden Werkverkehr geäussert. So sei die aktuelle Bepflanzungssituation an der Böschung angrenzend zur Wohnsiedlung ungenügend und die Lärmemission bereits heute hoch. Es besteht ausserdem die Befürchtung, dass es zu Mehrverkehr komme und deshalb die Zufahrtsstrasse verbreitert werden müsse.

Die QBB nimmt diese Anliegen der angrenzenden Bewohnerschaft entgegen und wird eine Stellungnahme zum Projekt erarbeiten, die im Forum vom 16. Mai 2022 verabschiedet wird.

Michael Baumgartner, Neuhuus AG zog zum Abschluss der Sitzung eine positive Bilanz zur ersten Vorstellung des Projekts: «Wir haben den Anlass als grundsätzlich positiv erlebt. Gewisse kritische Voten gründen auf einem Unmut in Bezug auf die aktuelle Situation respektive  auf die Vergangenheit. Wir sind aber der Ansicht, mit unserem Projekt eine klare Verbesserung erzielen zu können. Hier müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten. Wir werden daher nun baldmöglichst erneut auf die direkten Anwohner zugehen und das Thema Verkehr nochmals aufgreifen.»

Weiterbildungsexkursion in die Region Gäu
Die Delegierten der QBB werden am Samstag, 30. April 2022 zu einer weiterbildenden Exkursion in die Region Gäu im Kanton Solothurn fahren. Nach einem Überblick über die Infrastrukturlandschaft wird die Gruppe das Migros-Verteilzentrum in Neuendorf und das Entwicklungsgebiet Attisholz Süd besichtigen. Der gemeinsame Tag soll dem gegenseitigen Kennen­lernen und dem Austausch über die diverse Bebauungsent­wicklungen und den Umgang mit flächen­intensiven Industriebauten dienen.

Anschliessend an die Präsentation zum Neuhuus-Areal hat die Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem ihre ordentliche Mitgliederversammlung abgehalten. Nebst der Annahme von Jahresrechnung und Jahresbericht wurden die bestehenden Vorstandsmitglieder in ihnen Ämtern bestätigt. Ralf Treuthardt wurde als Präsident, Agnes Nienhaus als Vizepräsidentin wiedergewählt. Pia Buri, Markus Morgenegg, Sandro Vicini und Peter Widmer vervollständigen den Vorstand. Als Revisoren wurden Jürg Moser, Tarek El Mohib und Beat Schär bestätigt.

Vorschau auf das nächste QBB-Forum
Am 16. Mai 2022 findet das nächste QBB-Forum nach der Frühlingspause im Kirchgemeindehaus Bümpliz statt. Das detaillierte Programm ist auf der Homepage der QBB zu finden. 

Ralf Treuthardt 

Zur Quartierkommission QBB
Die Quartierkommissionen der Stadt Bern sind die offiziellen Organe, über welche die Quartierbevölkerung die Möglichkeit erhält, in Belangen des Quartiers und der Quartierentwicklung mitzuwirken. Die Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem QBB übernimmt diese Funktion für den Stadtteil 6 Bümpliz-Bethlehem-Bottigen-Riedbach. Die QBB erarbeitet Stellungnahmen und Positionen zu Fragen der Quartierentwicklung und informiert über Vorhaben der Behörden und Dritten. Ausserdem greift sie Anliegen der Bevölkerung auf und initiiert und unterstützt stadtteilbezogene Aktivitäten.

Aktuell versammelt die QBB Delegierte von 27 Organisationen und Parteien aus dem Stadtteil 6. Die Diskussion aktueller Planungsprojekte und Anliegen aus dem Quartier, wie auch die Positionierung und Verabschiedung von Stellungnahmen geschieht an monatlich stattfindenden, öffentlichen Veranstaltungen, dem QBB Forum (siehe www.qbb.ch).

Weitere Artikel in der Kategorie Bern West

Weihnachtspost aus Bethlehem

Es ist wieder soweit: die Weihnachtsfiliale in Bethlehem öffnet ihre Tore. Dort stempeln Postangestellte die Weihnachtspost…