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Meinungsverschiedenheiten nur beim Lieblingsklub

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28 Jahre sind vergangen, seit sich die Mitglieder des SC Post Bern und des FC TT Bern entschlossen, inskünftig unter einem Dach zusammen zu spannen und die Kräfte zu konzentrieren. Daraus entstanden ist am 23. Juni 1994 der SC Holligen 94. 

Und so «regieren» auf dem Sportplatz Steigerhubel seither die Holliger, sportlich mit mässigem Erfolg und trotzdem produktiv, glücklich und mit hoher Sozialkompetenz. «Bei uns im Verein sind 30 verschiedene Nationen vertreten», sagt Präsident Roberto Campanielli nicht ohne Stolz. Ein Blick auf die Website des Mittelländischen Fussballverbands unterstreicht Campaniellis Bemerkung. In der Aufstellung des Fanionteams liest man höchstens ein bis zwei Namen, die auf eine Schweizer Herkunft schliessen lassen. «Gerade darin liegt unsere Stärke. Die Spieler verstehen sich alle untereinander bestens, nicht allein in der ersten Mannschaft, sondern auch im Nachwuchs», so der seit zwei Jahren das Amt des Präsidenten ausübende Roberto Campanielli. 

Die neue Wohnsiedlung

Nicht ohne Stolz berichtet Campanielli von der grossartigen Unterstützung, die er von der Gönnervereinigung erhält. «Rund 120 Gönner sind uns treu, und unterstützen uns nicht nur finanziell, sondern vor allem auch moralisch.»

Es ist ein Geben und Nehmen und wir versuchen, den Flüchtlingen zu helfen, in der Schweiz Fuss zu fassen. Nicht zufällig erhielt der SC Holligen 94 vor zehn Jahren den Integrationspreis der Stadt Bern überreicht. «Das war für uns eine grosse Ehre und bedeutet sehr viel», so Campanielli.

Fernziel 3. Liga
Trainer Marco Mudoni und Roberto Campanielli sind sich im Fussball beinahe in allen Punkten einig. Beinahe, weil der Trainer glühender Anhänger von Inter ist, das Herz des Präsidenten dagegen für die «Alte Dame» Juventus schlägt. «Wir haben uns geeinigt, dass wir uns nicht über die Serie A unterhalten, sondern einzig und allein über den SC Holligen 94», sagt Campanielli mit einem Schmunzeln. Denn dort liegen die beiden auf der gleichen Linie. Es soll attraktiver, offensiver Fussball gespielt und in naher Zukunft auch der Aufstieg in die 3. Liga ins Visier genommen werden. So weit weg sind die Holliger gar nicht. Sie gehören in der Gruppe 4 zum Spitzenquartett. «Wir wollen so lange wie möglich vorne mitmischen und schauen, was am Schluss herausschaut.»

Pierre Benoit

Zur Person
Roberto Campanielli wurde am 27. April 1977 in Bern geboren. Er ist seit 1993 (vor der Fusion) Vereinsmitglied und seit 2020 Präsident. Der Vater eines Sohns ist beruflich im Aussendienst der «Zürich»-Versicherung beschäftigt.

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