Präsident sucht Trainer –doch wird er auch fündig?

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Schon die Kleinsten sprechen sich vor dem Spiel Mut zu. Fotos: zvg

17 Juniorenteams sind derzeit beim FC Bethlehem aktiv, davon zwei Mädchen-Equipen. 
Das ist für den Verein zwar eine äusserst erfreuliche Tatsache, beim Präsidenten und beim Nachwuchs-Obmann sorgt die Vielzahl aber auch für Sorgen­falten auf der Stirn.

Gegen 300 Juniorinnen und Junioren tummeln sich auf den Trainingsplätzen des FCB und der Zuwachs – vor allem in den jüngeren Alterskategorien – hält weiterhin an. 

Juraj Tokos, der vor zehn Jahren aus der Slowakei in Berns Westen zog, zeichnet als Juniorenobmann verantwortlich für den ganzen Nachwuchsbereich. Sein Aufwand wurde in den letzten Monaten so gross, dass der ehemalige Spieler in der 3. Liga der Slowakei neu auf Unterstützung zählen kann. Für die Kleinsten (Junioren G-E) engagiert sich jetzt zusammen mit den diversen Trainerinnen und Trainern Lutz Willms. Aber auch so bleibt für Juraj Tokos noch mehr als genügend Arbeit. So viel, dass er nicht einmal Zeit hat, selbst im Fanionteam mitzuspielen. «Für uns ist Juraj ein absoluter Glücksgriff. Er hat den grossen Laden im Griff, ist zuverlässig und fleissig, seine immense Arbeit wird im ganzen Verein hochgeschätzt», ist Präsident Jörg Schüpbach des Lobes voll über seinen Nachwuchschef.

Spieler aus 20 Nationen
Wie andere Vereine in Berns Westen erfüllt auch der FC Bethlehem eine äusserst wichtige soziale Aufgabe. «Wir haben mit Bestimmtheit Spieler aus mindestens 20 verschiedenen Nationen, im Nachwuchsbereich dürften es noch mehr sein», so Präsident Schüpbach. Im Klub finden sich die Migranten schnell als vollwertiger Teil der Mannschaft aufgenommen. Nirgendwo finden sie den Anschluss an die Gesellschaft wie im Sport – besonders im Fussball, wo die multikulturellen Teams Alltag geworden sind. Es gibt keine Sprachbarrieren, die Ausdrucksweise im Fussball ist international und wer sich nicht versteht, nimmt die Hände und Füsse zu Hilfe. «Noch erhalten wir zu viele Strafpunkte, weil hin und wieder einem Spieler die Nerven einen Streich spielen. Doch wirkliche Probleme kennen wir nicht», sagt der Präsident.

Die Sache mit den Abwerbungen
Tat sich der FC Bethlehem in der Vergangenheit schwer, in der Meisterschaft ein Juniorenteam in den älteren Kategorien (A und B) zu stellen, ist dieses Problem nun gelöst – der FC Bethlehem ist überall vertreten, so dass der Unterbau für die Erste Mannschaft breiter und damit die Aussicht auf eine Rückkehr in die 3. Liga erfolgversprechender wird. «Die Pyramide ist wieder komplett, von G-A sind wir überall dabei», sagt Juraj Tokos. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der fussballspielenden Kinder aus Bethlehem noch wesentlich zunehmen wird, ist gross. «In vergangenen Zeiten tauchten immer wieder Trainer auf, die Spieler schon in den unteren Kategorien abwarben, glücklicherweise hat sich dieses Unwesen etwas verringert», findet Präsident Jürg Schüpbach kein Verständnis für dieses Vorgehen. Und ergänzt, «dass es sich bei den abgeworbenen Spielern ja nicht um grosse Talente handelt, die später den Weg in den Spitzenfussball finden».

Solche gab es in den Reihen des FC Bethlehem auch schon. Beispielsweise die beiden Ex-YBler Antonio Pagano und Baykal Bellusci (früher Kulaksizoglu) und St. Gallen-Goalgetter Kwadwo Duah machten ihre ersten Gehversuche auf dem Rasen bei den Grün-Weissen.

FC BETHLEHEM 
Gegründet 1964. Ca. 400 Mitglieder. 22 Teams: 2 Aktiv, 2 Frauen, 1 Senioren, 1 Superveteranen, 15 Junioren A-G, 2 Mädchen (FF15 und FF12). Sportplatz Brünnen

Gesucht: Trainerinnen und Trainer
Der FC Bethlehen sucht Juniorentrainer und -trainerinnen und bietet einen starken Zusammenhalt im Trainerteam, eine gute Ausbildung (D- oder C-Diplom) als Grundlage sowie eine finanzielle Entschädigung. Auch die Unterstützung als Co-Trainer/Co-Trainerin ist willkommen.
Kontakt: Lutz Willms 079 894 46 81, lutzwillms@gmail.com

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