«Diversität ist eine Selbstverständlichkeit»

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Sonja Morgenegg-Marti, Direktorin der gibb Berufsfachschule Bern. Foto: zvg

Im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt Sonja Morgenegg-Marti, was das Wichtigste einer guten Ausbildung ist und wie Auszubildende davon bei der gibb profitieren.

Bildung ist ein wichtiges Gut. Welche Angebote warten auf Lerninteressierte?
Wir tun unseren Teil dazu, dass die Lernenden ihre beruflichen Ziele in über 60 verschiedenen Berufen in ein-, zwei-, drei- und vierjährigen Lehren erreichen, je nach Wahl mit oder ohne Berufsmatura. Und für die, die gerne mehr möchten, bieten wir kostenlos zahlreiche Freifächer in Sprachen, Mathematik, Kunst und Sport an.

Wie kann Ihre Einrichtung helfen, die Bildung – gerade auch in Bümpliz – zu verbessern?
Wir können Lernende für die Berufsbildung begeistern, wir schaffen eine Zukunft, in der sie gefragte Fachpersonen auf dem Markt sind. Und wer möchte, kann sich weiterbilden, denn die gibb bietet mehr als 40 Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen sowie höhere Fachschulen an. Damit wird die Region mit ausgezeichneten Berufsleuten versorgt, die helfen, den regionalen Fachkräftemangel zu beheben.

Wie sieht ihre Lernenden-Struktur aus?
An der gibb gehen rund 7000 Lernende aus 70 verschiedenen Ländern ein uns aus, zwei Drittel davon sind männlich. Es werden 30 verschiedene Sprachen gesprochen und alle denkbaren Religionen sind vertreten. Da ist Diversität eine Herausforderung aber auch eine Selbstverständlichkeit.

Der Konkurrenzdruck unter den Berufsfachschulen ist sicherlich gross. Wie motivieren sie die jungen Menschen, zu Ihnen zu kommen?
Sie wissen, wer eine solide Grundbildung geniesst und sich anschliessend vielleicht sogar noch weiterbildet, ist auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt, hat eine hohe Jobsicherheit und Aussicht auf einen guten Verdienst und Karrieremöglichkeiten.

Wie hat Ihre Schule die Corona-Krise überstanden?
Im Rückblick würde ich sagen, eigentlich ganz gut. Wir hatten Glück, dass wir technisch vorbereitet waren, dass alle Lernenden und Studierende sowie die Mitarbeitenden mit Geräten ausgerüstet waren. Und es hat uns allen im Bereich Digitalisierung einen unerwarteten Schub gegeben, wir haben viel daraus gelernt.

Brechen Sie mal eine Lanze für Ihre Mitarbeitenden.
Ich bin stolz, ein Teil dieses grossen Teams aus 770 Mitarbeitenden zu sein. Die Menschen, die hier arbeiten sind motiviert, engagiert und kreativ. Ich kann mich voll auf sie verlassen und freue mich, in einem solchen Umfeld arbeiten zu können.

Wie entspannen Sie persönlich nach einem anstrengenden Tag in der gibb?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: mit einem feinen Essen, einem Spaziergang bei uns am See oder mit Joggen. Besonders freue ich mich, wenn wir Tanzunterricht haben. Das beansprucht Körper und Geist, da bin ich sofort in einer anderen Welt.

Was wünschen Sie sich für sich persönlich und für die Zukunft der gibb?
Ich persönlich würde mir wünschen, dass wir Menschen Konflikte im Gespräch lösen könnten, so viel Leid wäre vermeidbar. Für die gibb wünsche ich mir, dass sie eine so vielseitige und interessante Schule bleibt, an der die unterschiedlichsten Menschen sich wohlfühlen und ihre Ziele erreichen können.

Sonja Morgenegg-Marti ist seit August 2013 Direktorin der gibb Berufsfachschule Bern. Mit ihren 770 Angestellten und 7700 Lernenden und Studierenden in rund 60 Berufen und 40 Weiterbildungen, ist die gibb die grösste Berufsschule der Schweiz. Sonja Morgenegg-Marti ist in der Region Bern aufgewachsen und absolvierte ursprünglich eine Banklehre. Anschliessend machte sie die Ausbildung zur Pflegefachfrau HF an der Lindenhofschule in Bern, später bildete sie sich zur Berufsschullehrerin weiter und unterrichtete während 12 Jahren. Seit 2006 ist sie in der Schulleitung tätig und 2011 hat sie eine dreijährige Ausbildung an der Universität Bern zum Master of Health Administration (MHA) erfolgreich abgeschlossen. Sonja Morgenegg-Marti ist verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern, und wohnt mit ihrer Familie in Hinterkappelen. Sie findet ihren Ausgleich in der Familie, im Joggen, Wandern, Lesen und Reisen und teilt mit ihrem Mann die Begeisterung fürs Tanzen.

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