«Und wie bitte geht der Wyberhaken?»

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Alain Holzer und Simon Zehnder präsentierten Schwingtechniken. Foto: Petra Sieber

Genau ein Jahr vor dem nächsten Mittelländischen Schwingfest lud das 14-köpfige Organisationskomitee um Präsident Markus Kämpfer die Einwohnerinnen und Einwohner von Frauenkappelen zu einer Orientierungsversammlung ein. 

Nicht gerade «tout Frauenkappelen», aber doch rund 100 Personen nutzten die Gelegenheit und liessen sich bei Bier, Weisswein und Speckzüpfe über den Stand der Dinge informieren. Nach den Einführungsworten des OK-Präsidenten, der sich perfekt in Schwingerhosen präsentierte, bot sich den Einwohnerinnen und Einwohnern die Gelegenheit, sich an den verschiedenen Infostellen, die in der Mehrzweckanlage Zälgli für jedes OK-Ressort eingerichtet worden waren, detailliert zu informieren.

Die Chefs der einzelnen Bereiche präsentierten sich und ihr Verantwortungsgebiet sowie den aktuellen Planungsstand, wobei vor allem die örtlichen Verhältnisse während des Fests auf reges Interesse stiessen. Der Dank Markus Kämpfers galt denn auch vor allem den Bauern, die ihr Land zur Verfügung stellen – «ohne ihr grosses Entgegenkommen hätten wir die Übung, ehe sie überhaupt begonnen hat, wieder abbrechen müssen.»

Experte Michael Wiget

Das Organisationskomitee aus Frauenkappelen wird von Vertretern aus dem benachbarten Schwingklub Laupen unterstützt und die Laupener sorgten auch für den Teil der Veranstaltung, der den durchaus gelungenen Anlass abschloss.

Alain Holzer und Simon Zehnder, zwei «Böse» des SK Laupen, zeigten zur Freude der Zuschauer verschiedene Schwünge. Der leider immer noch verletzte Eidgenosse Michael Wiget, der hofft, spätestens am Eidgenössichen in Pratteln vom 26. bis 28. August wieder angreifen zu können, moderierte mit grossem Fachwissen die Schwing-Demonstration. Wiget gewann am letzten Eidgenössischen in Zug den Kranz und stand 2019 auf dem Weissenstein und 2021 auf der Schwägalp im Schlussgang. Der Mann mit den Gardemassen (196 cm, 114 Kilo) erklärte beim Auftritt der beiden hoffnungsvollen Laupener, was «linker Gammen», «Schlungg», «Hüfter», «Übersprung», «innerer Haken» und «Kurz» sind. Und als sich schliesslich noch eine Frauenkappelerin lautstark zu Wort meldete und genau wissen wollte, wie ein «Wyberhaken» funktioniert, hatte sie vorerst die Lacher auf ihrer Seite und dann die beiden jungen Schwinger vor Probleme gestellt, denn es war offensichtlich, dass diese Variante nicht zu ihren Lieblingsschwüngen zählt. Wie sehr die Frauenkappeler dem Grossereignis entgegenfiebern, war an diesem Abend unschwer zu erkennen.

5000 Zuschauer
In Frauenkappelen, wo 2015 das Mittelländische Turnfest und 2018 der Mittelländische Musiktag stattfand, ist man sich das Festen gewöhnt, nach dem Motto «aller guten Dinge sind drei», soll nun auch das Mittelländische zu einem Riesenfest und einer mehrtägigen Party werden. OK-Vizepräsident Fabian Hostettler: «Wir planen Tribünen mit einem Fassungsvermögen von 5000 Plätzen und ein Festzelt für 2000 durstige und hungrige Kehlen, insgesamt stehen 750 Helferinnen und Helfer im Einsatz, den Schwingfreunden wird es in Frauenkappelen an nichts fehlen.

 

Munitaufe
Am 8. September wird der Siegermuni auf dem Gelände des Hueb-Fests in Frauenkappelen getauft. Noch ist der stolze Zuchtstier namenlos, doch dem wollen die Frauenkappeler mit einem Wettbewerb Abhilfe schaffen. Jedermann ist eingeladen, für den Hauptpreis am Mittelländischen einen Namen zu finden. Der Wettbewerb endet am 2. August 2022. Teilnahme auf frauenkappelen2023.ch

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