«Der Märit ist ein Spiegelbild des Bümplizer Gewerbes»

5 Minuten zu lesen
Michael Lüthi organisiert seit fünf Jahren den Bümpliz-Märit. Foto: Peter Widmer

Am 3. September 2022 ist es soweit: Der Bümpliz-Märit mit 51 Ständen findet von 08.30 bis 17 Uhr in der Fussgängerzone Bümpliz statt. Michael Lüthi, Vorstandsmitglied von KMU Bern West, organisiert den Traditionsanlass zum fünften Mal.

Wie ist der Organisationsstand zum Bümpliz-Märit 2022?
Am 10. August machte ich auf dem Märitareal in der Fussgängerzone eine Begehung, habe auf beiden Strassenseiten zusammen mit meinem Lernenden alles ausgemessen und erstellte die Einteilung aller Stände. Bei der Einteilung berücksichtigte ich nach Möglichkeit die Wünsche der Teilnehmenden. Bis zum Anmeldeschluss am 15. Juli hatten sich erst etwa 70 Prozent der Angeschriebenen angemeldet. Die Restlichen musste ich erinnern, aber das erachte ich als normal, das Prozedere wiederholt sich jedes Jahr.

Was ist noch bis zum 3. September zu tun?
Mit dem Elektriker werde ich noch schauen, wohin die Leitungen gezogen werden müssen. Dann werden die Standbetreiber schriftlich über ihren Standort orientiert, inklusive Rechnungsstellung. Weiter werde ich noch mit der Stadt Bern korrespondieren bezüglich der definitiven Einteilungen. Es ist halt immer viel Kleinkram, den es zu erledigen gilt.

Seit wann organisieren Sie den Märit?
Den ersten Bümpliz-Märit organisierte ich 2017. Es ist in diesem Jahr der fünfte Märit, für den ich hauptverantwortlich bin. Wegen Corona fand 2020 keine Ausstellung statt.

Wieviele Märit-Stände sind in der Fussgängerzone vertreten?
Nach heutigem Stand der Anmeldungen werden wir 51 Stände haben.

Mit welchen Branchen?
Alles. Der Märit ist ein Spiegelbild des Bümplizer Gewerbes: Polizei, Autohandel, Versicherungen, Gewerkschaft, politische Parteien, Gastronomie, Schmuck, Bäcker, Gärtner. Auch Musik wird zu hören sein. Sogar Alphorntöne werden erklingen, was in der Fussgängerzone ja nicht gerade alltäglich ist.

Wer kann mitmachen?
Es gibt grundsätzlich keine Beschränkungen zur Teilnahme. Bei den Verpflegungsständen schaue ich hingegen, dass beispielsweise nicht zwei Betreiber genau dieselben Mahlzeiten anbieten. Aber sonst ist es kein Problem, wenn mehrere Mitbewerber der gleichen Branche mitmachen. Im Gegenteil: Wettbewerb belebt und die Besucherinnen und Besucher haben Vergleichs- und Wahlmöglichkeiten.

Ist es schwierig, für den Märit Firmen zu finden?
Ja und nein. 2021 gestaltete sich die Akquisition harzig und in diesem Jahr bin ich überrascht. Wir haben etwa sieben Teilnehmende, die noch nie mitgemacht haben. Ich hatte 2021 den grösseren Aufwand für weniger Stände als in diesem Jahr mit 51 Ständen.

Sind es in etwa immer die gleichen Teilnehmer?
Etwa 50 bis 60 Prozent bilden den harten Kern, der Rest ist – etwas burschikos gesagt – Manövriermasse.

Gibt es eine obere Grenze der Platzgrösse?
Nein, wobei ich natürlich nicht einem Stand 50 Meter reservieren könnte! Im Jubiläumsjahr 2019 stellte die Holz-Zollhaus AG einmalig aus und kam mit einem 25 Meter langen Stand. Dieser beanspruchte den ganzen Platz vor dem Coop-Gebäude. Heute ist dort der Gärtner mit seiner Pflanzenwelt platziert.

Sind die Betreiber frei in der Gestaltung ihres Standes?
Der Betreiber muss seinen Stand anschreiben, es muss klar ersichtlich sein, um wen es sich handelt. Die Verpflegungsstände müssen zudem unser Abfallreglement einhalten. Oder es muss beispielsweise mindestens ein Getränk günstiger sein als ein alkoholisches, das wird von der Stadt Bern überprüft. Bei den Mietständen darf nichts mit Reissnägeln befestigt werden. Aber die Aussteller können einen eigenen Stand oder ein Zelt aufstellen, da gibt es keine weiteren Vorschriften.

Was erweist sich als grösste Knacknuss bei der Organisation?
Mit den fast jährlichen Änderungen in der Fussgängerzone erweist sich die Platzeinteilung als grösste Herausforderung. Auch stelle ich fest, dass der Papierkrieg im Zusammenhang mit Bewilligungen in den letzten Jahren zugenommen hat.

Ist der Bümpliz-Märit in seiner heutigen Form noch zeitgemäss?
Ja, davon bin ich überzeugt, obwohl heute viele Produkte online bestellt werden. Aber gerade deswegen und nicht zuletzt auch durch Homeoffice wird der persönliche Kontakt geschätzt und wieder wichtiger, wenn auch mehrheitlich von Personen mittleren Alters. Die steigende Anzahl der Märit-Stände belegt, dass das Interesse ungebrochen und sogar noch gestiegen ist.

Zur Person
Michael Lüthi
, geboren 1981, wuchs in Bern-Bethlehem auf. Der gelernte Augenoptiker führt seit 2001 – zuerst noch zusammen mit seiner Mutter – das Hauptgeschäft in Bümpliz. In Neuenegg betreibt LüthiOptik eine Filiale. Michael Lüthi ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Galmiz.

Weitere Artikel in der Kategorie Bern West