«Der Spatz im Kamin» – Filmdrehtag in Bümpliz

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«Ruhe, gleich wird gedreht!» Links die Hauptdarstellerin Karen (Maren Eggert). Sie wird gleich losziehen auf ihrem Bummel durch Bümpliz, gefolgt von der Kamera auf Schienen. Dann kriegt sie noch einen Hund namens Pamuy, der neben ihr hertänzelt, gut instruiert von der Hundetrainerin Anita Ziegler und der Besitzerin Irene Oswald. Foto: Marc de Roche

Es begann am frühen Montagmorgen. Eine Karawane von Kastenwagen besetzte die sonst so ruhige Fussgängerzone.

Das Filmteam von Ramon Zürcher begann eine kleine Filmstadt aufzubauen. Ramon Zürcher? Ja, er studierte seinerzeit an der Hochschule der Künste in Bethlehem. «Der Spatz im Kamin» ist ein poetisches, aber auch humorvolles Familiendrama, das vornehmlich in einem alten Haus im bernischen Rapperswil gedreht wird. Der Film wird unterstützt vom Bundesamt für Kultur und der Berner Filmförderung.

In Bümpliz ging es um die Szene in der Stadt, wo die Hauptdarstellerin Kleider kauft. So wurde der Sahara-Laden an der Bümplizstrasse für einen Tag filmgerecht umgebaut. Sieht man etwas von Bümpliz im Film? Ja, die Fussgängerzone wurde mit eifrigen Statisten belebt, die auf Kommando des Regieassistenten Joel Glatz immer wieder an die Ausgangspunkte beordert wurden, bis es wieder hiess: «Ruhe, wir drehen! Und los!» Ein neuer Bummel durch die Flanierzone begann.

Bis fast 20 Uhr wurde intensiv gedreht, dann war die Regie zufrieden. Ein anstrengender Tag für die Filmcrew, aber auch für die lokalen Statisten aus dem Dorf, die durchwegs zum ersten Mal in einem Film mitwirkten. Der elfjährige Sean aus Wohlen war abends ganz schön müde, musste er doch gefühlte hundert Mal auf seinem Surfbrett vor der Kamera durchkurven.

Der Film wird 2023 digital nachbearbeitet. Da werden die Bilder im Computer zusammengestellt, geschnitten und vertont. Und wann kommt der Film in die Kinos und ins Schweizer Fernsehen? Produktionsleiter Beni Lehmann ist zuversichtlich: «Anfangs 2024 denke ich. Freut euch!» Ach ja, im Film kommen auch Schmetterlinge aus Bümpliz vor. Wohl von Papa Papillon, sagt man.

Kein Durchgang
Passanten in der Fussgängerzone wurden beim Dreh jeweils angehalten, bis die Szene fertig gedreht wurde. Nun zogen aber neben den Wartenden andere Leute direkt durch die Szene. «Und ich? Warum kann ich nicht durch?», fragte erbost ein Mann mit zwei Einkaufstaschen und wollte davon marschieren. Die Ordnerleute mussten deshalb immer wieder erklären, dass die anderen Männer und Frauen als Statisten mitwirken. «Ach so! Die gehören dazu. Jetzt ist alles klar.» Und so blieben viele gleich an Ort und Stelle, um sich das hochprofessionelle Treiben der Filmleute einmal aus nächster Nähe anzusehen.

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