Der Westen von Bern soll sauberer werden

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Was kann ich wie und wo entsorgen? Einer, der Bescheid weiss, ist Lucio Attanasio. Er tourt mit seinem ÖkoInfo- Mobil jede Woche nach einem festen Fahrplan durch die Quartiere. Er nimmt Plastikflaschen, Batterien, Elektrogeräte, Kabel, Druckerpatronen, Toner, Leuchtstoffröhren. Korken, Metalle und Aluminium gratis entgegen. Und gegen eine kleine Gebühr noch viel anderes. Bitte nicht irgendwelche Ware einfach an die Haltestelle des Mobils stellen. Das ist illegal. Verursacher können verzeigt werden.

Die Verursacher der illegalen Ghüder-Berge zu finden, erweist sich oft als schwierig. Aussichtslos ist der Kampf indes nicht.

Das Thema Abfall gibt zu reden und zu schreiben. So erhält die BümplizWoche immer wieder
Leserbriefe von Bewohnenden, etwa an der Stöckackerstrasse. «Dort werden laufend und schon lange, direkt unter dem Verbotsplakat der Stadt Bern, Kehricht und alte Möbel illegal entsorgt.» Dann kamen aber auch Meldungen aus anderen Quartieren. Dabei ist das Deponieren von Abfall auf öffentlichem Boden ausdrücklich verboten. Aber wenn ich etwas verschenken will? Darf ich es aufs Trottoir stellen und mit einem Zettel als Gratisware bezeichnen? «Eigentlich nein!», erklärt uns Marcel Jungo, der Leiter der Fachstelle Prävention für Entsorgung und Recycling. «Auch wenn es niemanden stört: Die Ware darf die Fussgänger nicht behindern, und wenn man am Morgen etwas hinstellt und die Sache ist abends noch dort, dann muss man sie umgehend wieder zurücknehmen. Auch soll sie mit einer Kontaktadresse, im Minimum mit der Telefonnummer, versehen sein.»

Was soll ich tun, wenn ich eine wilde Abfall-Deponie entdecken sollte? «Am besten gleich ein Bild machen und samt Adresse per Mail einsenden an entsorgung@bern.ch. Dann können wir es in die nächste Tour aufnehmen und entfernen. Die Entsorgung ist auch werktags erreichbar über 031 321 79 79.»

Werden denn die Verursacher nicht zur Kasse gebeten? «Doch, doch! Wir finden regelmässig persönliche Angaben, die uns das Aufspüren der Fehlbaren ermöglicht. Aber eben nicht immer.»

Eine Besserung verspricht man sich vom neuen Farbsack-Trennsystem. Da werden künftig alle Abfälle für die Abfuhr im Container bereitgestellt – auch blaue Kehrichtsäcke und Papier/Karton. Freiwillig können auch PET, Alu oder Altglas in Farbsäcken im Container entsorgt werden.

Was viele nicht wissen: Für die Entsorgung von Sperrgut und anderen grosse Brocken gibt es einen Abholdienst mit günstigem Tarif. Elektrogeräte und wiederverwertbare Rohstoffe in sauberer Form werden sogar kostenlos entsorgt.

Je mehr Leute sich an die Regeln halten, desto schneller wird das Ziel eines sauberen Stadtteils erreicht. «Bümpliz ist kein Dreckpfuhl, aber es gibt ein paar ärgerliche Hotspots, in denen jeden Tag neuer Müll deponiert wird. Das muss aufhören! Die nächste Entsorgungsstelle ist ja so nah. Bringen Sie uns, was Ihnen im Weg ist. Richtig entsorgen und recyclen, das ist unser Job!», meint Jungo freundlich, aber bestimmt.

Ein jahrelanges Ärgernis in der Nähe vom Bahnhof Stöckacker. Hier wurden Möbel, Farbreste, Autoreifen, sogar eine ausrangierte Matratze gestapelt. Die neue Absperrung mit Beschilderung wirkt, sagen die Entsorger.
Hauswart Bejadin Izeti ist sauer: «Alle Mieter haben einen Schlüssel, um den Abfallcontainer zu öffnen. Doch ein paar wenige, nicht nur Passanten, schmeissen ihren Abfall einfach an den Boden. So putze ich hier fast jeden Tag. Muss das sein?»
An besonderen Hotspots stellen die Behörden grosse Plakattafeln hin, deren Erklärungen meist eine Weile beachtet werden. Dann aber stellt jemand seinen Müll hin, und andere folgen gleich – ganz nach dem Motto: «Wenn der darf, dann darf ich auch.» Fotos: Marc de Roche

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