Die sanierte Kreuzung in Bümpliz kommt gut an

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Theres Fehlmann kommt mit ihrem Rollator nur mit Mühe über einen Trottoir-Rand. «Hier schafft es Herbie problemlos.» Herbie? Sie lacht: «So heisst mein Rollator.» Foto: Marc de Roche

Warum wurden Strasse und Trottoirs an der Kreuzung Heimstrasse/Abendstrasse/Stapfenstrasse neu mit Asphalt belegt und die für Fussgänger abgesenkten Randsteine wieder erhöht? Wir fragen Tim Wettstein, Co-Bereichsleiter Projekte Verkehrsplanung der Stadt Bern.

«Hier kreuzen Wohn- und Erschliessungsstrassen in der 30er-Zone beim Bahnhof Bümpliz-Nord mit hohem Fussgängerverkehr. Pendler eilen hier zur Arbeit, Kinder gehen oder fahren mit dem Trottinett zum Kindergarten und zur Schule, Anwohnende nutzen die Einkaufsmöglichkeiten im Fellergut und die Bewohnenden des Alters- und Pflegeheims machen hier ihre Spaziergänge, oft mit Rollator oder Rollstuhl. Deshalb wurde die Strasse mit einem Buckel – das nennt sich fachlich Vertikalversatz – bis auf die Höhe der Trottoirs angehoben. So entsteht für Fussgänger eine bequeme Querungsstelle ohne Höhenunterschied. Diese Aufpflasterung hat natürlich auch eine fahrdynamische und optische Wirkung. Der motorisierte Verkehr muss die Fahrgeschwindigkeit vor der Kreuzung verlangsamen.»

Das konnten die Anwohner in den letzten Tagen gut beobachten. Eilige Autofahrer, die es gewohnt sind, die Heimstrasse als Abkürzung zu verwenden, werden ganz schön geschüttelt, wenn sie zu schnell daherkommen. Die BümplizWoche hat ein paar Lenkerinnen und Lenker zu dieser Neuerung befragt. «Das ist sinnvolle Verkehrsberuhigung in diesem Wohnquartier.» sagen fast alle. Nur die Fahrerin einer Ambulanz meinte: «Da müssen wir ganz sachte über die Kreuzung fahren, auch wenn es in Notfällen eilt.» Ein einziger Autofahrer sprach von vermindertem Fahrkomfort und der Gefahr, den Unterboden zu zerkratzen. Der Buckel wird aber auf allen vier Strassen von weitem sichtbar mit einem schwarz-weissen Schachbrettmuster auf der Fahrbahn angezeigt. «Rechtzeitig den Fuss vom Gas nehmen!» sagt die BfU, die Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Die Kreuzung wird auch von Bernmobil, von der Linie 27, Niederwangen – Weyermannshaus, befahren, werktags 120 Mal von 6 bis 22 Uhr. Verkehrsplaner empfehlen eigentlich, keine derartige Knotenanhebungen zu bauen auf einer Strasse mit Linienverkehr. Bernmobil nimmt es aber gelassen: «Seitens der Fahrgäste sind bisher keine Reklamationen eingegangen. Aus betrieblicher Sicht sind diese Anhebungen natürlich nicht ganz unproblematisch. Passiert eine Busfahrerin oder ein Busfahrer einen solchen Vertikalversatz zu schnell, besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug mit dem Unterboden aufschlägt. So können diese Hindernisse in der Regel nur mit Schrittgeschwindigkeit passiert werden. Unser Fahrdienstpersonal wird von den Ausbildner/-innen entsprechend darauf hingewiesen.» Die Linie 27 kann die Heimstrasse eh nur im vorsichtigen Einbahnverkehr befahren.

Ganz speziell an dieser Kreuzung ist der fette Fussgängerstreifen, wie er sonst in 30-er-Zonen unüblich ist. Er gibt aber den Fussgängern, vor allem den Kindern, eine zusätzliche Sicherheit beim täglichen Überqueren der Strasse.

Roland Ruchti vom Fellergut überquert vorsichtig die Abendstrasse. «Es ist erfreulich, wie die Autofahrer anhalten, bis ich über die Strasse bin. So macht das tägliche Spazieren wieder Spass.»

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