Auf Frey folgt Frey

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Normalerweise stehen die Lernenden mit den besten Abschlüssen im Zentrum der Mitgliederversammlung. Das ist auch im Jahr 2022 nicht anders. Nun kommt noch ein weiterer Meilenstein hinzu. Thomas Frey gibt sein Amt als Präsident nach 24 Jahren im Vorstand ab.

Dass der neue Präsident nun auch wieder Frey heisst, deutet aber nicht etwa auf mafiöse Strukturen und Familienbanden hin. Der mit Applaus gewählte neue Vorsteher der Interessengemeinschaft Wagental heisst André Frey, ist aber mit dem abtretenden Thomas Frey weder verwandt noch verschwägert. Der neue Präsident vermag schon an der diesjährigen Versammlung aufzuzeigen, dass er leiten und führen kann. Ein Treuhänder, der das Vertrauen der gesamten Mitgliedschaft geniesst. Er stellt sich aber lieber in den Hintergrund und würdigt stattdessen das grosse Vermächtnis seines Namensvetters: «Die IG Wangental ist in ihrem 54. Jahr, zwei Drittel dieser Zeit war Thomas Frey mit dabei, seit 1998 im Vorstand. Er stiess in einer Zeit dazu, in der es gerade mal noch 36 Mitgliederfirmen gab. Heute sind es über 100», sagt er unter anderem.

Den Vorstand verjüngen
Das Nicken in den Reihen unterstreicht die Dankbarkeit, die im Verein zu spüren ist. «Ich bin nun die graue Eminenz. Nächstes Jahr werde ich 70-jährig und es darf nicht die Idee eines Wirtschaftsvereins sein, dass ein Pensionierter diesem vorsteht», bekräftigt Thomas Frey seine Entscheidung. Dass der Vorstand die Strategie fährt, massiv zu verjüngen, zementiert die diesjährige Versammlung. Im Vorjahr kam mit Christian Jost (Jost Bedachungen, Niederwangen) ein junger Unternehmer dazu, in diesem Jahr werden Nick Messer (Kartonstanzerei Messer, Niederwangen) und Marco Wüthrich (Carosserie G & G, Niederwangen) den Vorstand komplettieren. Dies nachdem neben Thomas Frey auch Roland Körnli sein Amt altershalber niederlegt.

Junge räumen ab
Der verjüngte Vorstand ehrt in der Folge die jungen Menschen, die bei den Mitgliederfirmen der IG Wangental ihre Lehre mit einer Note von 5,3 oder höher erfolgreich beendet haben. In diesem Jahr sind das zwei Frauen. Nadine Alena Mauron beendet ihre Ausbildung als Kauffrau EFZ, erweiterte Grundausbildung Bank mit 5,3 und die Berufsmaturität gar mit 5,5. Entsprechend stolz klingen die Worte des Ausbildners Philippe Frey aus der Raiffeisenbank Sensetal in Flamatt. Ebenfalls mit 5,3 schloss Anica Lucy Aebischer ihre Lehre als Detailhandelsfachangestellte EFZ ab. Dies obschon sie ein harter Schicksalsschlag in der Familie getroffen hat, wie Ausbildner Simon Keller und Martin Lauber vom Ski & Velo Center SVC AG erwähnt haben. Traditionsgemäss erhalten diese «Schützlinge» der IG Wangental eine Auszeichnung, ein Goldvreneli und eine Trinkflasche mit auf ihren weiteren Berufsweg. «Das ist unser kleiner Beitrag, die Firmen zu motivieren, Ausbildungsplätze anzubieten und den Fachkräftemangel zu bekämpfen», meint Istvan Jakab, der sich seit Jahren in diesem Bereich stark macht.

Vernetzung geht weiter
Und so wächst die Verbundenheit unter den Nachbarfirmen nicht nur in der Chefetage, sondern auch in den jüngeren Kreisen. Vorstand inklusive. Erfahren und Jung vereinen sich, eine erfolgversprechende Mischung, nicht nur für jede Firma, sondern auch für die IG Wangental selbst.

Sacha Jacqueroud

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