Gas geben gegen Gas

Wenn Vertreterinnen und Vertreter der Grünen, der SVP, der SP, der GLP und der EVP gemeinsam einen Vorstoss lancieren, dann lässt dies aufhorchen. Die Fernwärme soll noch stärker gefördert, Gas hingegen ersetzt werden; das findet im Parlament breiten Anklang.

Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukarine zeigt, dass die Energiewende klimapolitisch und sicherheitspolitisch wichtig wird. Fernwärme ist einer der wichtigen Bausteine für die Dekarbonisierung der Wärme. Insbesondere für dichter bebaute Gebiete. Orte wie Köniz sind daran, den Ausbau zu planen.

Gesetzlich vorgeschriebenes Gas
Die Motion im Grossen Rat des Kantons Bern greift die Situation nun auf und fordert fünf Massnahmen zur raschen Senkung des Gasverbrauchs. «Der Kanton Bern muss einen Paradigmenwechsel vollziehen», betont Grossrat Jan Remund (Grüne). Er stützt sich dabei auf das Problem, dass in den Energierichtplänen vieler Gemeinden die Gaspriorität festgelegt ist. Den Bewohnenden wird quasi geraten, eine Gasheizung zu bauen. Da Gas immer benötigt werde, will der Vorstoss zusätzlich erneuerbares Gas fördern. Den Ersatz von Gasheizungen will die Motion genauso fördern wie jener von Ölheizungen.

Weniger CO2 als Ziel
Das Ziel ist und bleibt aber die Dekarbonisierung der Wärme, weshalb die für dringlich erklärte Motion den Titel trägt: «Masterplan Fernwärme». Sie beinhaltet nicht nur Holz als Wärmeerzeugnis sondern auch weitere Ressourcen wie Seewasser oder Solarthermie sowie Photovoltaikanlagen, bei denen der überschüssige Strom als Wärme umgewandelt und gespeichert werden kann. Der Regierungsrat wird nun mit der Umsetzung beauftragt. Von rechts bis links will man deshalb auch im Kanton Bern Gas geben gegen Gas.

Sacha Jacqueroud

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