«Wir können uns nur selbst schlagen»

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Nach der Vorrunde liegt der SC Bümpliz 78 in der Gruppe 1 der 2. Liga regional lediglich auf Platz 11 mit 14 Punkten aus 13 Spielen. Trotzdem gibt sich Trainer Matijas Kovacevic im Hinblick auf die Rückrunde optimistisch.

«Unsere Saison-Vorbereitung verlief nicht optimal, wir hatten Abwesende und Verletzte und mir blieb wenig Zeit, den Spielern in persönlichen Gesprächen meine Vorstellungen zu erklären. Diese Unterhaltungen sind besonders wichtig, will man als Trainer erfolgreich arbeiten. Doch jetzt bin ich sehr zuversichtlich. Ich kenne die Verhältnisse, wir verfügen über eine starke Mannschaft, technisch gut ausgebildete Spieler, der Teamgeist stimmt, das Gerippe ist seit einiger Zeit zusammen. Ich denke, wir können uns in der Rückrunde eigentlich nur selbst schlagen, vorausgesetzt, wir bringen das auf den Platz, was wir können.»

Gegen Luka Modric gespielt
Nun, wenn das keine Ansage ist. Optimismus prägt das Leben des einstigen Goalgetters, der seine Tore mal mit links und mal mit rechts erzielte und in Kroatien Gegenspieler des Weltfussballers des Jahres 2018, Luka Modric, war. Prominent waren in Kroatien auch seine Trainer: Miroslav Blazevic, ehemaliger Nationaltrainer in der Schweiz und in Kroatien und Coach von Sion, Lausanne, Vevey, GC und Xamax, sowie Zlatko Dalic, der Mann, der Kroatien 2018 zum Vize-Weltmeistertitel führte, waren seine Ausbildner. Von ihnen hat der Bümpliz-Trainer einiges abgeschaut, neben Ehrgeiz und taktischer Rafinesse auch den unbändigen Siegeswillen.

Neu in der Gruppe 1
In der letzten Saison war der SC Bümpliz 78 in der 2. Liga regional der Gruppe 2 zugeteilt worden, in der mehrheitlich Teams aus dem Seeland und dem Jura vertreten sind und deshalb das Vorurteil herrscht, dort werde ein technisch hochstehender Fussball gespielt, mehr Wert auf das spielerische Element gelegt, als in der Gruppe 1. Hier sind Teams aus der Region Bern, dem Oberland und dem Emmental vertreten und in dieser Spielzeit neu auch wieder der SC Bümpliz.

Der These vom technisch besseren Fussball in der Gruppe 2 widerspricht Matijas Kovacevic. «Das ist nicht der Fall, in der Gruppe 1 sind die Spieler technisch besser ausgebildet. Teil meiner Aufgabe ist es auch, dafür zu sorgen, dass die Bümplizer besser werden, Fortschritte erzielen.» Mit einem Trainingslager auf Malta, das von den Spielern zu grossen Teilen selbst finanziert wird, soll die Rückrunde nun optimal vorbereitet werden, anders als dies in der Vorrunde der Fall war – entsprechend erhofft sich Coach Kovacevic auch bessere Ergebnisse und mehr Siege.

«Wir lagen oft in Führung, wurden dann aber mit zunehmender Spieldauer zu sorglos und verloren deshalb Punkte, die wir nie hätten verlieren dürfen», so der Coach, der auch dem zuletzt vernachlässigten Nachwuchs beim SC Bümpliz 78 wieder vermehrt Beachtung schenken will. Bald soll als Unterbau des Fanionteams wieder eine A-Junioren-Mannschaft gebildet werden.

Glücklich in Bümpliz
Kovacevic, ebenso bescheiden wie ambitiös, fühlt sich in Bümpliz wohl und bestens aufgehoben. «Wir werden vom Vorstand hervorragend unterstützt, ich könnte mir keinen besseren Ort vorstellen, um das Traineramt auszuüben», so der Coach, aus dem Land der begnadeten Ballkünstler. Als Trainer will er sich weiterbilden, das Aufgebot für die nächsthöhere Stufe wird demnächst in seinem Briefkasten liegen. In dieser Funktion kann er hoffentlich nachholen, was ihm als Spieler mit zwei Kreuzbandrissen und einer weiteren schweren Erkrankung vorenthalten blieb: Persönliche Erfolge feiern und als Trainer für Furore sorgen und Siege und Punkte sammeln.

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